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In dieser Predigt wird die 38. Folge der Serie „Der Ersehnte“ behandelt, die sich mit dem Johannesevangelium befasst. Der Fokus liegt auf dem Gespräch Jesu mit Nikodemus und den nachfolgenden Ereignissen, insbesondere der Taufe durch Jesus und seine Jünger. Es wird beleuchtet, wie die Taufe damals verstanden wurde und welche theologische Debatte sich daraus ergab. Die Predigt erklärt die Bedeutung von Reinigung im göttlichen Erlösungsplan und wie Jesus als Bräutigam und Johannes als Freund des Bräutigams dargestellt werden. Abschließend wird die zentrale Botschaft „Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen“ als Grundgesetz des Evangeliums hervorgehoben.

In dieser 38. Folge von „Der Ersehnte“ wird die biblische Geschichte nach Jesu Gespräch mit Nikodemus fortgesetzt. Der Fokus liegt auf Jesu Wirken in Judäa und der Rolle von Johannes dem Täufer. Es wird beleuchtet, wie die Jünger von Johannes auf den wachsenden Erfolg Jesu reagierten und welche tiefgreifenden Lehren sich daraus für unser eigenes Glaubensleben ergeben. Die zentrale Botschaft ist, dass Christus wachsen und wir abnehmen müssen, um wahre Freude und Erfüllung im Dienst Gottes zu finden.


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Serie: Der Ersehnte – Ein chronologisches Studium über das Leben und Wirken von Jesus Christus

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Transkript

[0:30] Hallo und herzlich willkommen zu unserem Seminar "Der Ersehnte". Wir haben heute die Folge 38 und wir wollen weiter im Johannesevangelium studieren, in jenem Evangelium, das vor allem den Frühdienst von Jesus etwas genauer unter die Lupe nimmt. Und wir haben uns in den letzten drei Wochen oder letzten drei Folgen beschäftigt mit dem Gespräch, das Jesus mit Nikodemus geführt hat. An der Stelle wollen wir weitermachen. Freue ich mich, dass ihr eingeschaltet habt auf joelmedia.de und dass ihr auch hergekommen seid heute. Und wir möchten beginnen mit einem Gebet und wo es möglich ist, ladet euch ein dazu, mir zu knien.

[1:07] Lieber Vater im Himmel, ich möchte dich bitten von ganzem Herzen, dass du jetzt gegenwärtig bist durch deinen guten Geist. Nimm du alles hinfort, was uns irgendwie hindern könnte, dass du uns wirklich segnest, von außen und von innen. Lass uns wirklich auf dein Wort hören und unsere Augen auf dich richten, dass wir lernen, so zu sein, wie du es warst hier auf der Erde. Herr Jesus, dass wir lernen, deinen Charakter wieder zu spiegeln. So möchten wir dich bitten, dass du uns jetzt ganz rein wäschst von allem, was wir vielleicht Falsches getan haben mögen und dass wir dir die Ehre geben in unserem Studium und durch all das, was wir lernen werden. Im Namen Jesu, Amen.

[2:12] Schau mit mir in das Johannesevangelium und dort Kapitel 3. Johannes Kapitel 3 und dort ab Vers 22. Johannes 3 und dort ab Vers 22. Es heißt dort: "Danach kam Jesus mit seinen Jüngern in das Land Judäa und dort hielt er sich mit ihnen auf und taufte." Zunächst einmal wird hier eine Zeitangabe gemacht, das heißt "danach". Worauf bezieht sich "danach"? Danach kam Jesus mit seinen Jüngern.

[2:56] Also warum "danach"? Worauf bezieht sich "danach"? Das ist eine schwere Frage. "Danach" bezieht sich auf genau nach dem Gespräch mit Nikodemus. Und wann hat Nikodemus den Jesus getroffen, ungefähr? Bei welcher Gelegenheit haben die gesprochen? Wiederholung der letzten Wochen: Wann hat Nikodemus den Jesus getroffen? Zu welcher Jahreszeit? In welchem Jahr? Es war nachts, dankeschön. Es war anlässlich des Passafestes im Jahre 28. Können wir uns daran erinnern? Wir hatten in Kapitel 2 das Passafest. Jesus war zum Passafest nach Jerusalem gekommen im Jahre 28, ein halbes Jahr nach seiner Taufe. Und wir haben dann gesehen, dass er dort Wunder getan hat und die Juden haben ihm geglaubt wegen der Wunder, aber nicht wegen seinem Wort. Und Nikodemus kommt als einer von ihnen und redet mit ihm. Das war der Zusammenhang. Also wir sind jetzt in der Zeit nach dem Passafest 28.

[4:23] Und es heißt hier: "Danach kam Jesus mit seinen Jüngern in das Land Judäa." Wenn wir an den Dienst von Jesus denken, verbinden wir ihn meistens mit welchem Land in Palästina? Galiläa. Aber der Dienst in Galiläa begann erst ungefähr ein ganzes Jahr später. Das werden wir dann im Laufe der nächsten Monate herausfinden. Es heißt hier ganz offensichtlich, er hat zuerst seinen Dienst in Judäa angefangen. Er hatte ja mit der Tempelreinigung sich überhaupt erst mal als der Messias zu erkennen gegeben. Vorher hat er noch gesagt: "Eigentlich ist meine Zeit noch nicht gekommen." Er hatte zwar schon das erste Wunder in Galiläa getan und er war eine Wüste gewesen und so weiter und so fort, aber mit seiner Tempelreinigung hat er gesagt: "Schaut her, ich bin gekommen." Und jetzt hat sich sein Dienst zuallererst nicht an die Menschen in Galiläa, sondern an die Menschen in Judäa gerichtet und er hat dort begonnen, jetzt zu predigen.

[5:13] Es heißt dort: "Er hielt sich dort mit ihnen auf." Und dieses Wort kann auch bedeuten: Er hat viel Zeit verbracht. Also das war nicht einfach mal so im Vorbeigehen, er ist weit in Jerusalem und dann geht er nach Hause und verbringt noch ein bisschen Zeit. Nein, vom gesamten Kontext kann man schließen, dass er wahrscheinlich viele Monate in Judäa verbracht hat. Es war jetzt seine Wirkungsstätte in Judäa. Er war dort nicht allein. Wer war mit ihm? Seine Jünger. Und seine Jünger waren zu dem Zeitpunkt noch keine Vollzeitjünger. Das heißt, sie waren immer mal wieder bei ihm und waren aber ab und zu auch in Galiläa und haben dort mit dem Fischefangen ihren Lebensunterhalt verdient. Aber Jesus hat sie jetzt schon in seine Arbeit eingebaut und eingebracht.

[6:05] Und dann heißt es hier: "Und er hielt sich mit ihnen auf und taufte." Jetzt, das ist eine interessante Aussage. Was lernt oder was assoziiert ihr jetzt, wenn es hier heißt: "Jesus taufte"? Was will uns der Johannes damit sagen? Ja, vor einer Taufe gibt es eine Vorbereitung, das stimmt. Was noch? Okay, also eine Sache, die wir feststellen ist, der Text an sich, man würde denken, dass Jesus selbst getauft hat. Wir wissen aber, dass Jesus nicht selbst getauft hat. Woher wissen wir das? Aus welchem Text? Johannes irgendwo auf der nächsten Seite, genau in Johannes 4.

[7:02] In Johannes 4 und dort Vers 2. Johannes 4 Vers 2, dort heißt es: "Obwohl Jesus nicht selbst taufte, sondern wer?" Wer hat getauft? Seine Jünger. Jetzt übrigens, nebenbei gesagt, Klammer auf: Das ist ein sehr wichtiges Beispiel dafür, dass man die Bibel als Ganzes lesen muss. Wenn die Bibel sagt: "Jesus taufte", heißt das nicht, dass er selbst getauft hat. Es heißt nur, dass er etwas veranlasst hat, was andere getan haben, was aber mit seiner Autorität geschah. Das gleiche Beispiel ist zum Beispiel auch, wenn es heißt: "Gott erweckte Jesus auf." Das heißt auch nicht unbedingt, dass Gott, der Vater, selbst Jesus aufgeweckt hat, wie wir gelernt haben. Das nur als Beispiel, dass das also öfter vorkommt, dass jemand, der die Tatsache nur veranlasst hat, als derjenige dargestellt wird, der es getan hat.

[8:05] Also stellt euch vor, ihr seid ein Jude im Jahre 28, ihr seid gerade beim Passafest gewesen und jetzt hört ihr, dieser Jesus ist in Judäa und er tauft. Was hättet ihr gedacht als Jude, als gewöhnlicher Jude? Womit war Taufe assoziiert? Mit Buße, ja. Vor uns ist heute Taufe, man wird getauft, um sich zu Jesus zu bekennen und Glied einer Gemeinde zu werden. Aber das verdammt uns nicht unbedingt davon. Taufe und auch Buße waren womit verbunden gedanklich? Fast eins zu eins. Auferstehung hat noch keiner daran gedacht. Kein Mensch wusste irgendwas von Auferstehung. Damals, im Jahre 28, was haben die Menschen gehört, wenn sie gehört haben: "Taufe"? Was haben die so automatisch gedacht? Johannes der Täufer, oder? Alles, was bisher an Taufe geschah, hatte immer zu tun mit Johannes. Wenn also es heißt, dass Jesus kam und taufte, muss das für die Juden so gewirkt haben, als hätte Jesus einfach sich der Bewegung von Johannes angeschlossen. Er hat einfach das gleiche gemacht. Er hat dieselbe Botschaft gepredigt, hat dieselben Taufen durchgeführt und das ist also sehr interessant.

[9:27] Jetzt schauen wir mal, was das bedeutet. Es war ja nicht so, dass Johannes aufgehört hatte zu wirken. Wir denken manchmal, Johannes hat getauft und getauft und getauft und getauft. Dann kommt Jesus und dann ist nur noch Jesus irgendwie aktiv. Aber Johannes war immer noch aktiv. Der nächste Vers macht das deutlich. Schaut mal, Vers 23. "Aber auch Johannes taufte in Aenon, nahe bei Salim, weil viel Wasser dort war und sie kamen dorthin und ließen sich taufen." Nun, das ist natürlich ein wichtiger Vers. Warum ist dieser Vers sehr wichtig? Was kann man aus diesem Vers lernen, ganz praktisch? Vers 23, ein klassischer Vers, den man benutzt, wenn man über die Taufe spricht. Warum kann man etwas über die Taufe lernen? Genau, Johannes hat getauft, dort wo viel Wasser war, weil Taufe damals, wie das Wort auch "Baptizo" sagt, untertauchen bedeutete und nicht einfach nur besprengen mit Wasser. Also Johannes taufte durch Untertauchen, das ist ganz eindeutig und Jesus auch. Viel Wasser war dort. Übrigens, Aenon hängt vermutlich mit einem hebräischen Wort an, das einfach Quelle bedeutet. Man hat diesen Ort nie wirklich lokalisiert. Es gibt verschiedene Varianten, aber irgendwo am Jordan, in der Nähe von Jericho wahrscheinlich könnte das gewesen sein. Auch Salim kommt einmal im Alten Testament vor, aber es ist auch nicht ganz klar, ob es dasselbe Salim ist. Naja, aber viel interessanter ist, dass auch jetzt noch ein halbes Jahr nach der Taufe Jesu Menschen zu Johannes kommen und sich von ihm taufen lassen. Es ist also nicht so, wie wir denken, naja, Johannes als Vorläufer und dann kommt Jesus und Johannes hört auf. Johannes hat noch lange Zeit weiter getauft. Es ist eher so, als ob die Bewegungen quasi ineinander übergehen. Johannes hat immer weniger Zulauf, er tauft noch, es kommen Leute, aber nicht mehr so viele, weil mehr und mehr jetzt zu Jesus kommen.

[11:35] Das ist jetzt genau der Punkt dieser Geschichte, die wir heute anschauen wollen. Johannes tauft und es kamen noch immer viele und das griechische bedeutet sogar kontinuierliches Taufen. Also Tag für Tag wurden Leute getauft, aber Ellen White sagt uns auch, es wurden weniger und weniger, weil Menschen jetzt mehr und mehr zu Jesus kamen. Schaut mal in Vers 24: "Denn Johannes war noch nicht ins Gefängnis geworfen worden." Das ist eine ganz, ganz wichtige Stelle, um die Evangelien miteinander zu chronologisieren, wie sagt man, synchronisieren. Schaut mal mit mir in Matthäus 4, einfach, dass ihr das seht, wie das zusammenhängt.

[12:11] In Matthäus 4 haben wir zuerst die, was haben wir zuerst in Matthäus 4? Was kommt als erstes? In Matthäus 4 haben wir zuerst die, die drei Versuchungen, oder? Versuchung in der Wüste und dann heißt es in Vers 12, schaut mal, Vers 12: "Als aber Jesus hörte, dass Johannes gefangen gesetzt worden war, zog er weg nach Galiläa." Das ist genau dieser Vers, der deutlich macht, dass hier ein Zeitsprung ist im Matthäusevangelium, für längere Zeit. Und alles das, was wir jetzt in Johannes lesen, kommt zwischen Vers 11 und Vers 12 im Matthäusevangelium. Das ist eine lange Zeit von über einem Jahr. Nur, dass ihr das nochmal hier deutlich seht, Markus und Lukas machen genau dasselbe. Sie springen in die Zeit nach Galiläa. Also, Johannes war noch nicht im Gefängnis und er tauft immer weiter.

[13:20] Und jetzt kommt das eigentliche Problem. Was wir jetzt angeschaut haben, ist nur sozusagen die Einleitung. Jesus beginnt seinen Dienst in Judäa und Johannes ist immer noch gegenwärtig auch in Judäa. Beide predigen, beide taufen und man könnte ja denken, wenn jetzt zwei Männer Gottes, der größte aller Propheten und der Sohn Gottes, gemeinsam zusammenwirken, dann müsste das ja noch schneller vorangehen, oder? Aber trotzdem wartet ein Konflikt hier auf die entstehende Gemeinde. Schaut mal in Vers 25.

[13:51] "Es erhob sich nun eine Streitfrage zwischen den Jüngern des Johannes und einigen Juden wegen der Reinigung." Seit es Menschen gibt, gibt es auch theologische Debatten. Und hier haben wir ein typisches Beispiel dafür. Übrigens, interessanterweise, wenn man das Deutsche liest, könnte man einfach denken, naja, da gab es eine Streitfrage zwischen zwei Parteien. Das Griechische sagt aber eigentlich ganz deutlich, von wem die Streitfrage ausging. Wer also damit angefangen hat? Was meint ihr, wer hat angefangen? Die Jünger des Johannes. Die fangen an, jetzt sich mit den jüdischen Theologen anzulegen. Und es gibt eine Streitfrage. Könnt ihr vermuten, worum diese Streitfrage sich gehandelt hat? Was war die theologische Debatte? Vielleicht, welche Taufe die richtige ist? Ja, da kommen wir gleich dazu. Das hat sich daraus entwickelt. Aber was haben die wahrscheinlich mit den Juden, also mit den jüdischen Theologen, der Johannes nennt die Führer des Volkes immer die Juden, die theologische Oberschicht. Was haben die Jünger des Johannes mit den Juden debattiert? Wir haben nur einen kleinen Hinweis hier im Text. Da heißt es: "wegen der Reinigung." Was könnte das bedeuten?

[15:20] Ja, wer das Recht hat, eine Reinigung durchzuführen. Das wäre die Frage der Autorität, wie auch schon die Juden ja vor dem Johannes gefragt haben: "Wer hat dir das Recht gegeben zu taufen?" Okay. Übrigens, die ganzen Kommentatoren, die rätseln, die rätseln alle und versuchen dann, aus dem Kontext sich das zu erschließen. Und das ist interessant, dass Ellen White das auf den Punkt zusagt und sagt, sie sagt, man hat sich über folgende Frage gestritten: Man hat sich gefragt, ob die Taufe tatsächlich reinigt, weil die Juden haben ein ganz großes Ding mit der Reinigung. Ihr wisst, sie hatten diese Reinigungstücher. Wir hatten in Johannes 2 gesehen, sie hatten extra diese Krüge bei der Hochzeit für die Reinigung. Um das nochmal zu illustrieren, was sie gemacht haben, schaut mal mit mir in Markus 7 Vers 3 und 4.

[16:16] "Denn die Pharisäer und alle Juden essen nicht, wenn sie sich nicht zuvor gründlich die Hände gewaschen haben, weil sie die Überlieferung der Alten halten. Und wenn sie vom Markt kommen, essen sie nicht, ohne sich gewaschen zu haben. Und auch vieles andere haben sie zu halten angenommen, nämlich Waschungen von Bechern und Krügen und Erdgeschirr und Polstern." Also zur Zeit von Jesus gab es viele Regeln bezüglich der Reinigung. Auf welcher Grundlage waren diese Regeln gemäß der Bibel? Diese, die wir gerade gelesen haben, auf welcher Grundlage waren die? Steht direkt da. Genau, es war eine Überlieferung der Alten, das war Tradition. Aber jede Tradition kann nur leben, wenn sie irgendwo ihre Wurzeln in der Wahrheit hat. Also Traditionen fallen nicht vom Himmel. Das heißt, warum haben die Juden so ein übertriebenes Interesse an Waschungen gehabt? Deswegen, weil Gottes Plan der Erlösung immer schon mit Reinigung zu tun hatte.

[17:17] Der Paulus sagt das ganz deutlich. Schaut mal in Hebräer 9. Das ist jetzt relativ interessant, weil uns das manchmal, vor allem als Westeuropäer, ziemlich abhanden gekommen ist. Ich werde das gleich erklären. Hebräer 9 und dort Vers 13 und 14. Paulus sagt: "Denn wenn das Blut von Stieren und Böcken und die Besprengung mit der Asche der jungen Kuh die Verunreinigten heiligt zur Reinheit des Fleisches, wie viel mehr wird das Blut des Christus, der sich selbst durch den ewigen Geist als ein makelloses Opfer dargebracht hat, euer Gewissen reinigen von Totenwerken, damit ihr dem lebendigen Gott dienen könnt."

[18:02] Das heißt, der Paulus sagt, wenn schon im Alten Testament es diese Regeln gab, dieses Zeremonialgesetz, wie Gott da richtig gesagt hat, was mit Reinigung zu tun hat, dann ist deutlich, dass auch der wahre Erlösungsplan etwas mit Reinigen zu tun hat. Heute wird der Erlösungsplan meistens so verstanden, dass es einfach ein Gericht gibt und wir freigesprochen werden. Man nennt das auch forensische Rechtfertigung. Das ist also, wir sind schuldig, wie beim Gericht und dann kommt der Richter, ist der Anwalt und Gott spricht uns frei und jetzt sind wir unschuldig, wir sind begnadigt. Das stimmt zwar, aber da fehlt ein Gedanke, der im jüdischen System viel klarer war, nämlich die Idee von Reinigung. Wir werden nicht einfach nur freigesprochen, wir werden gereinigt.

[18:51] Kennt ihr noch andere Bibelstellen, wo diese Idee von Reinigung ganz tief verankert ist? Vielleicht auch im Neuen Testament von Reinigung. Der Erlösungsplan etwas mit Reinigung zu tun hat. Das Wasserbad des Wortes, der Paulus sagt das nicht, genau. Noch andere Stellen? Ja, schaut mal mit mir noch eine Stelle an, einfach um das noch zu illustrieren in 1. Johannes 1, Vers 7.

[19:15] "Wenn wir aber im Licht wandeln, wie er im Licht ist, so haben wir Gemeinschaft miteinander und das Blut Jesu seines Sohnes reinigt uns von aller Sünde." Das Blut Jesu vergibt nicht nur, das Blut Jesu reinigt. Und das ist sehr wichtig, weil wenn man das außen vor lässt, dann kommt man schnell zu einer billigen Gnade, wo man einfach freigesprochen wird und so bleiben kann, wie man ist. Aber wenn man gereinigt wird, wird man freigesprochen und verändert. Das kann man dann nicht trennen. Dann ist es ein Freispruch und später eine Veränderung, sondern Reinigung bedeutet Freispruch und Veränderung. Man kann nicht derselbe bleiben. Die Bibel sagt, dass sie ihre Kleider weiß gemacht haben im Blut des Lammes. Das Blut des Lammes ist nicht einfach nur ein Sticker, der draufkommt und sagt, naja, dem ist vergeben, sondern das Blut des Lammes macht uns rein. Das heißt, wenn wir wirklich Jesus nachfolgen, werden wir nicht mehr so handeln wie vorher, werden nicht mehr so denken wie vorher, wir werden nicht mehr dieselben Worte sagen wie vorher, wir werden anders sein, mehr und mehr.

[20:29] Dieser Reinigungsaspekt ist sehr wichtig, weil die Bibel sagt im Hebräerbrief, schaut mal Hebräer 9 und dort Vers 22. Hebräer 9 Vers 22: "Und fast alles wird nach dem Gesetz mit Blut gereinigt, und ohne Blutvergießen geschieht keine Vergebung." Hier sind Reinigung und Vergebung parallel. Und das ist eine ganz große Idee, die bis dahin geht, dass der große Versöhnungstag die Reinigung des Heiligtums war. Daniel 8 Vers 14 sagt bis zu 2300 Abende, morgen, dann soll das Heiligtum gerechtfertigt oder gereinigt werden. Und deswegen war natürlich jetzt diese Idee von Sündenvergebung, als der Johannes jetzt Buße predigt und die Sünden sollen gebracht werden. Die Frage war, und jetzt wird auch Wasser, ich meine, das war ja ganz offensichtlich, die Juden haben sich auch mal mit Wasser gewaschen. Jetzt wird der ganze Mensch mit Wasser gewaschen. Vorher werden Hände gewaschen, Füße gewaschen, Teller gewaschen, alles Symbole, aber jetzt wird der Mensch gewaschen. Und die Frage ist, wie genau, ist es jetzt eine symbolische Reinigung, ist es eine echte Reinigung?

[21:35] Die haben debattiert, wie genau wird jetzt, wie Ellen White sagt, die haben gefragt, ob die Seele gereinigt wird durch die Taufe. Das ist eine interessante Frage, weil wir natürlich wissen, dass Wasser an sich den Menschen nicht reinmachen kann. Man kann auch getauft werden und genauso aus dem Wasser vorkommen wie vorher, aber es ist natürlich ein Zeichen einer inneren Reinigung. Und in dieser Debatte, sagt Ellen White, haben die Jünger des Johannes versucht, deutlich zu machen, wie wichtig die Taufe des Johannes ist. Und dann haben sie etwas gemacht, das ist sehr menschlich, aber trotzdem sehr fies. Um die eigene Sache so gut wie möglich aussehen zu lassen, haben sie versucht, etwas anderes im Kontrast zu haben. Mit anderen Worten, um die Taufe ihres eigenen Meisters besonders gut dastehen zu lassen, haben sie angefangen, die Taufe von Jesus etwas herabzusetzen, dass man das nicht vergleichen kann.

[22:29] Mit anderen Worten: Ja, ihr habt vielleicht ein Problem mit Jesus, weil er im Tempel jetzt alle verscheucht hat, nicht wahr? Und das ist sowieso ein bisschen kontrovers, ja. Aber deswegen dürft ihr uns ja nicht angreifen, ja. Wenn Jesus auch den Tempel da gereinigt hat, ja, ja, ja, ja. Aber die Taufe von Johannes ist ganz anders als die Taufe von Jesus. Ja, der mag vielleicht auch taufen, der sagt auch dasselbe, aber wir sind das Original. Jesus, der ist nur danach gekommen. Und das passiert ganz oft. Und es passiert auch Menschen in der Gemeinde, es passiert auch Menschen, die Jesus nachfolgen, dass man anfängt, sich bei jemandem beliebt zu machen auf Kosten von anderen. Und das ist natürlich weit ab von dem, was Gott eigentlich möchte.

[23:07] Jetzt schauen wir mal, wie das weitergeht in Johannes 3. Und sie sagt, dass dann die Jünger des Johannes angefangen haben, weil die Jünger Jesu haben das mitbekommen, nicht wahr, dass hier so mit zwei Maß gemessen wird. Und sie haben diskutiert. Und das ging dann so weit, dass die Jünger des Johannes gesagt haben: "Ihr habt eigentlich gar kein Recht zu taufen. Das ist unsere Sache, ja, das ist unsere Bewegung. Ihr sollt das nicht machen." Sie haben also angefangen, buchstäblich das Werk Jesu zu behindern aus Neid und Eifersucht.

[23:40] Jetzt schauen wir mal weiter, wie das weitergeht. Vers 26. Jetzt kommt ein interessanter Punkt. Es heißt hier, Vers 26: "Und sie kamen zu Johannes und sprachen zu ihm: Rabbi, wisst ihr noch, was Rabbi heißt? Mein Großer, also Lehrer, Meister. Mein Großer, Rabbi. Der, welcher bei dir war jenseits des Jordan, für den du Zeugnis abgelegt hast. Siehe, der tauft, und jedermann kommt zu ihm."

[24:13] Was man hier bei diesen Jüngern sehen kann, ist etwas sehr Interessantes. Hier haben wir Jünger, die waren wahrscheinlich noch nicht allzu lange im Glauben. Johannes hatte ja seinen Dienst auch erst vor einigen Monaten begonnen. Die waren erst seit einigen Monaten getauft. Aber sie waren äußerst eifrig. So eifrig für ihre Sache, dass sie über das Ziel hinausgeschossen sind. Sie haben angefangen, alles mit ihrer Engstirnigkeit zu sehen und haben damit das große Ganze verpasst.

[24:49] Und etwas, was man grundsätzlich, nicht immer, aber immer wieder beobachten kann, ist, dass der Satan versucht, gerade wenn Menschen frisch zum Glauben kommen, sich zuerst mal für Jesus entschieden haben, dass sie manchmal so voller Eifer sind, dass sie manchmal das gesunde Maß überschreiten. Dass man anfängt, mehr für die Sache zu eifern, als gut ist. Kennt ihr ja noch ein Beispiel im Alten Testament, wo jemand auch mehr geeifert hat, als es gut war? Und eigentlich mehr kaputt gemacht hätte, wenn man ihm gefolgt wäre. Und er musste dann von seinem älteren Mentor korrigiert werden. Sagt: "Du gehst zu weit." Im Alten Testament, und zwar in 4. Mose, 4. Mose 11.

[25:34] Das ist, als Mose die 70 Ältesten ruft zum Heiligtum, damit ihnen der Geist Gottes gegeben werde. Da ist es in Vers 26. "Und im Lager waren noch zwei Männer geblieben. Der eine hieß Eldad, der andere hieß Medad, und der Geist ruhte auf ihnen. Denn sie waren als Älteste verzeichnet und doch nicht hinausgegangen zur Stiftshütte, sondern sie weissagten im Lager." Alle sollten zur Stiftshütte gehen, aber die zwei waren im Lager geblieben. Keiner weiß warum. Vers 27: "Da lief ein Knabe hin und sagte es Mose und sprach: Eldad und Medad weissagen im Lager." Schaut mal, was passiert. Vers 28: "Da ergriff Josua, der Sohn Nuns, der Moses Diener war von seiner Jugend an, das Wort und sprach: Mose, mein Herr, wehre ihnen!" Mit anderen Worten: Mose, du hast gesagt, alle sollen zum Heiligtum kommen und da gibt es zwei Leute, die weissagen und sind nicht im Heiligtum. Verbiete es ihnen. Wir müssen Recht und Ordnung walten lassen, oder?

[26:46] Was sagt Mose? Aber Mose sprach zu ihm: "Eiferst du für mich?" Das ist eine interessante Frage. Joshua war schon seit einiger Zeit sein Attendant, hätte ich jetzt mal gesagt. Und er war so eifrig, er wollte ja wirklich das Beste. Er dachte, die sind ungehorsam oder so. Aber Mose stellt diese interessante Frage: "Für wen eiferst du?" Eiferst du für mich oder eiferst du für Gott?

[27:12] Im Neuen Testament haben wir ja auch das nicht. Keine Gemeinde, wo alle für verschiedene Leute geeifert haben. Welche Gemeinde war das? Die Korinther. "Ich gehöre zu Paulus." "Paulus." "Ich gehöre zu Kephas." "Paulus, Kephas." Das sind alles. "Ich gehöre zu Apollos." "Das ist der klügste von allen." Und die anderen nennen mich: "Ich gehöre zu Christus." Und haben sich nicht gestritten. Und das passiert so leicht. Und Mose stellt diese Frage: "Eiferst du für mich?" Ich bin auch nur ein Mensch. Und dann sagt er was Interessantes. Er sagt: "Ach, dass doch das ganze Volk des Herrn weissagen würde, dass doch der Herr seinen Geist auf sie legen würde."

[27:51] Ja, die Jünger des Johannes denken: Meine Güte, wenn der Johannes, wenn der Jesus jetzt tauft, dann kommen nicht mehr so viele Leute zu uns. Dann gehen unsere Einnahmen vielleicht ein, dann wird unsere Gruppe kleiner, dann hat der Johannes nicht mehr so viel Einfluss. Was machen wir jetzt? Aber die Frage ist: Eifert ihr für den Johannes oder eifert ihr für Gott? Kann es sein, dass wir auch für Menschen eifern und nicht für Gott und dann in unserem Eifer über das Ziel hinausschießen?

[28:17] Nun, zurück zu Johannes. Schaut mal mit mir in 1. Korinther 3, noch bevor wir zu Johannes gehen. 1. Korinther 3, was wir gerade angesprochen haben. Der Paulus hat dann einen guten Rat an jene eifersüchtige Gläubige. 1. Korinther 3 und dort Vers 3 und 4.

[28:35] 1. Korinther 3 und dort Vers 3 und 4. Es heißt dort: "Denn ihr seid noch was." Wie geht es weiter? "Denn ihr seid noch." Habt ihr es aufgeschlagen? 1. Korinther 3, Vers 3: "Denn ihr seid noch fleischlich. Solange nämlich Eifersucht und Streit und Zwietracht unter euch sind, seid ihr da nicht fleischlich und wandelt nach Menschenweise? Denn wenn einer sagt: Ich gehöre zu Paulus, und der andere sagt: Ich gehöre zu Apollos, seid ihr da nicht fleischlich?"

[29:29] Also Paulus sagt: Hey, ihr seid getauft, aber ihr seid noch fleischlich. Könnt ihr euch erinnern, was Jesus dem Nikodemus gesagt hat? "Was aus dem Fleisch geboren ist, das ist Fleisch. Was aber aus dem Geist geboren ist, das ist Geist." Was Paulus den Korinthern sagt: Hey, ihr seid mit Wasser getauft, das ist super. Ihr seid Gemeindeglieder, wunderbar. Aber euch fehlt noch die Taufe im Heiligen Geist. Woran erkennt man das? An dem Streit untereinander. Punkt. Daran, dass ihr mit anderen zankt, da fehlt es noch am Heiligen Geist. Und das ist eine interessante Sache, weil Johannes ja selbst gesagt hatte: "Nach mir kommt einer, der wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen." Und genau gegen den wenden sie sich jetzt, der ihnen das eigentlich schenken könnte. Johannes konnte ihnen das Wasser geben. Jesus hätte ihnen die Taufe im Heiligen Geist geben können, aber genau gegen den sie sich wenden, den sie so ein bisschen, sie haben ja nichts gegen Jesus, aber sie wollen Jesus ein bisschen auf Armlänge halten. Ja, komm nicht zu nah, bleib schon da, Jesus. Das ist das, was ihrem eigenen geistlichen Leben schadet.

[30:34] Jetzt zurück zu Johannes. Also was mir wirklich, also wo man wirklich fast sich an den Kopf fassen muss, ist, was sie eigentlich sagen. Habt ihr das mitbekommen, was sie sagen in Johannes 3? Sie sagen: "Rabbi, jetzt hört genau zu, was sie sagen. Also, wenn man das einmal durchdenkt, dann muss man sich wirklich fragen, was ist in deren Kopf los gewesen?" Sie sagen: "Rabbi, der, welcher bei dir war, jenseits des Jordan, für den du Zeugnis abgelegt hast."

[31:02] Also die Frage: Haben diese Jünger gesehen, dass Jesus bei Johannes war, ja oder nein? Haben sie das Zeugnis gehört, dass Johannes über Jesus gesagt hat? Jetzt, worüber beschweren sie sich? Das kommt ja weiter. Worüber beschweren sie sich? Genau, dass er mehr Erfolg hat. Sie sagen: "Hey, wir wissen noch, wir wissen, dass der bei dir war, wir haben dein Zeugnis gehört und stell dir vor, der hat mehr Erfolg als du."

[31:25] Frage: Was hat denn Johannes über Jesus gezeugt? Was war denn das Zeugnis? Das hat er später gesagt. Was hat er damals, damals am Jordan, was hat er gesagt, als Jesus zu ihm kam? "Das ist das Lamm Gottes." Schaut mal in Vers, genau in Vers, in Johannes 1, Vers 26.

[31:48] "Johannes antwortete ihnen und sprach: Ich taufe mit Wasser, aber mitten unter euch steht einer, den ihr nicht kennt. Dieser ist, der nach mir kommt und vor mir gewesen ist, und ich bin nicht würdig, ihm die Schuhriemen zu lösen." Also die Jünger haben das Zeugnis gehört und haben es nicht verstanden. Könnt ihr das sehen? Denn Johannes hatte genau das gesagt. Er hatte gesagt: "Dieser Jesus ist größer als ich. Ich bin quasi nur der Vorläufer zu ihm." Also hier ist Johannes und sagt in der Wüste und sagt: "Schaut mal, der, das ist der, um den es wirklich geht, und alle, die mir nachfolgen, ihr solltet ihm nachfolgen."

[32:29] Kurze Zeit später, die Jünger des Johannes kommen und sagen: "Hey Johannes, kannst du dich noch erinnern, dass du damals über den gesprochen hast und was du gesagt hast? Stell dir mal vor, die laufen alle zu ihm." Und Johannes hat sich schnell gedacht: "Ja, darum ging es doch. Das war doch eigentlich, was ich wollte." Aber seht ihr, hier ist eine ganz wichtige Lektion. Man kann ein eifriger Gläubiger sein, immer zur Gemeinde kommen oder zum Johannes, sogar hören, was er sagt und wenn das eintrifft, was er sagt, enttäuscht sein. Die Jünger des Johannes beschweren sich darüber, dass Johannes recht hat. Das ist, was passiert. Johannes hatte gesagt: "Jesus ist größer als ich." Und jetzt kommen sie und sagen: "Wir haben genau gehört, was du gesagt hast. Aber stell dir vor, er ist größer als du."

[33:18] Der Eifer für Menschen, der immer auch ein bisschen Stolz ist, hat es möglich gemacht, eine prophetische Botschaft zu hören, um sie zu verstehen. Weil plötzlich Menschen wichtiger waren als Jesus. Könnte es sein, dass man Mitglied einer prophetischen Bewegung ist, getauftes Mitglied einer prophetischen Bewegung und dann enttäuscht ist, wenn die Bewegung Erfolg hat, weil man sich selbst sein eigenes Bild gemacht hat, wie etwas sein muss und wie etwas sein soll. Und dann ist es anders, als man denkt. Dann ist man enttäuscht, aber eigentlich muss es so sein. Ich fand das sehr, sehr interessant.

[34:03] Und interessant ist auch, wer hat wohl diesen Gedanken hier den Jüngern eingegeben? Übrigens, kennt ihr noch jemand im Alten Testament, der sich darüber beschwert, dass er erfolgreich ist? Jemand, der im Alten Testament sich beschwert und sagt: "Gott, du gibst mir zu viel Erfolg, das geht so nicht, ich will nicht." Der Jona, der predigt, die Leute beklagen sich und der beschwert sich darüber. Das ist also kein Einzelfall, dass die persönliche Ehre wichtiger ist als die Mission Gottes.

[34:30] Und die Frage ist, die wir uns stellen müssen: Ist in unserem Leben unsere persönliche Ehre uns wichtiger als die Mission Gottes? Ist unsere persönliche Ehre uns wichtiger als die Mission Gottes?

[34:48] Nun, jedermann kommt zu ihm. Übrigens, jetzt nochmal zurück zur Frage: Wer hat wohl den Jüngern diese Idee eingegeben, das zu sagen? Der Heilige Geist ist wohl nicht gewesen, oder? Das ist Satan. Warum? Satan wusste, Johannes hat zwar noch seinen Einfluss schwindend, aber er ist immer noch stark. Ellen White sagt, wenn Johannes nur einen Schritt Richtung politischer Karriere gemacht hätte, nicht nur das Volk, auch die Priester wären ihm gefolgt, sagt sie. Sie sagt, alle hätten sich, er war so berühmt, niemand hätte es gewagt, gegen ihn zu sprechen. Er hätte sich an die Spitze der Armee stellen können, sie hätten einen nationalen Revolutionär, sie hätten ihn zum König gekrönt. So berühmt war er. Jesus war ja gerade erst so ein Neuankömmling, quasi in Anführungsstrichen. Und aber jetzt merkt Johannes, okay, ich habe einen absoluten Peak, jeder kennt mich, der König. Ich bin der Lieblingsprediger vom König, aber der ist trotzdem ein bisschen gegen mich, nicht mal, weil ich auch seine Sünden tadle. Und jetzt merkt er, dass er quasi den Höhepunkt erreicht hat und dass es langsam bergab geht.

[35:54] Wisst ihr, ob ihr das schon erlebt habt, dass man quasi Erfolg hat und Erfolg hat und Erfolg hat und Erfolg hat und dann merkt man, man hat wahnsinnigen Erfolg und dann wendet sich das Blatt und man kann jetzt absehen, wenn das weiter so geht, dann geht es bergab und bergab und bergab. Und wenn man das gerade so merkt, dann könnte man versuchen, es dann jetzt irgendwie vielleicht aus Impuls den Erfolg zu halten. Und der Satan kennt den Mechanismus und deswegen genau an der Situation weiß er, wenn er den Johannes dazu bekommt, irgendwie gegen Jesus anzugehen, dann könnte er die Mission von Jesus bekämpfen, lange bevor sie überhaupt angefangen hat. Und was das Interessante ist, dass der Satan hier wiederum gläubige Menschen benutzt. Getaufte, gläubige Menschen, die der prophetischen Wahrheit ihrer Zeit glauben. Johannes war, das war gegenwärtige Wahrheit. Der kommende Erlöser, er war es. Die waren in der richtigsten Gemeinde, die es gab. Das waren nicht die Pharisäer, nicht die Sadduzäer oder die Sadduzier, die waren die Nachfolger von Johannes dem Täufer. Richtiger konnte man gar nicht sein. Aber ihr eigener Stolz hat sie zu Agenten Satans werden lassen, unwissentlich.

[37:04] Naja, das ist übrigens immer Satans Methode, gegen Jesus anzugehen und trotzdem ein geistliches Gewand zu bewahren. Übrigens, war das nicht schon im Himmel so, dass er gesagt hat: "Wir sind so heilig, wir brauchen Jesus nicht." So wie die Jünger sagen: "Wir haben so eine tolle Bewegung, die Taufen, das ist so, wir brauchen Jesus nicht. Wir sind doch schon erfolgreich." Also eigentlich ist das die Ur-Rebellion hier.

[37:33] Jetzt schaut mal, wie das Johannes darauf sagt. Fest 27. Johannes antwortete und sprach: "Das sind fast philosophische Worte, aber sie sind mehr als Philosophie, sie sind tiefe Wahrheit. Ein Mensch kann sich nichts nehmen, es sei denn, es ist ihm vom Himmel gegeben."

[37:54] Johannes sagt etwas, das der größte König aller Zeiten erst gelernt hat, nachdem er sieben Jahre lang zwangsweise ernährt wurde. Nebukadnezar hat sieben Jahre lang sich wie ein Ochse benommen, bis er endlich verstanden hat, dass all sein Königreich von wem kam? Vom Gott des Himmels. Und das ist eigentlich die Kur gegen allen Stolz und die Kur gegen allen Streit und die Kur gegen allen Zank, wenn ich verstehe, alles, was ich bin, alles, was ich habe, kommt von Gott. Wenn alles von Gott kommt, wer bin ich, dass ich dann böse gegen jemand anderes bin? Das kann ich nicht. Denn wenn alles, was ich bekomme, von Gott kommt und alle gute Gabe von Gott kommt, dann gibt es keine gute Gabe, die nicht von Gott kommt. Das heißt, alles, was nicht von Gott kommt, ist auch nicht gut für mich. Das ist quasi die Idee.

[39:06] Übrigens, klärt im Alten Testament noch Geschichten, wo Leute unzufrieden waren mit ihrer Situation und sagten: "Wir wollen noch mehr haben, als uns Gott gegeben hat, uns mehr nehmen, als Gott gegeben hat." Das ist die Idee. Man kann sich nichts nehmen, außer das, was Gott einem gegeben hat. Die Rotte Korach, die haben gesagt: "Ihr Mose und Aaron, ihr nehmt zu viel von euch in Anspruch, ihr seid auch heilig." Ja, so wie der Satan im Himmel. Und Mose sagt dann zu ihnen: "Hey, Gott hat euch so viel gegeben, seid zufrieden mit dem, was Gott euch gegeben hat."

[39:34] Paulus sagt in 1. Korinther 15 Vers 10, das können wir noch kurz lesen: "Aber durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin." Und Johannes wusste das. Es ist allein Gottes Gnade, die ihm den Erfolg geschenkt hat. Und wenn Gottes Gnade den Erfolg wegnimmt, dann sei der Name des Herrn gelobt. Kennt ihr noch ein Beispiel im Alten Testament, wo jemand das exemplarisch ausgedrückt hat? "Der Herr hat es gegeben, der Herr hat es genommen, der Name des Herrn sei gelobt."

[40:18] Ich glaube, dass eine der tiefsten Erkenntnisse, die wir als Menschen haben können, dass wir so von Gott abhängig sind, dass alles Gute ein Geschenk Gottes ist und wir nichts verdienen aus eigener Kraft. Wenn ich so aus der Gnade lebe, wenn ich so abhängig bin von Gott, dann werde ich mich nicht versuchen, über andere zu erhöhen. Die sind genauso abhängig von Gott, die sind genauso hilflos wie ich.

[40:48] Jetzt gehen wir ein bisschen weiter und schauen mal in Vers 28. Erste Johannes 3, Vers 28. Also Johannes hat quasi die Attacke erkannt vom Satan und hat ganz ruhig und ganz tiefgründig geantwortet. Er sagt jetzt in Vers 28, schaut mal, er erinnert sich jetzt daran. Er sagt: "Ihr selbst bezeugt mir." Sie hatten ja gesagt: "Du hattest ein Zeugnis gegenüber Jesus." Er sagt: "Ihr selbst seid auch dabei gewesen. Ihr selbst bezeugt mir, dass ich gesagt habe: Nicht ich bin der Christus, sondern ich bin vor ihm hergesandt."

[41:22] Er erinnert sich also an das, was sie gehört hatten, was sie aber nicht verstanden hatten. Wie oft muss Gott uns an Dinge erinnern, die wir gehört haben, aber nicht verstehen wollen? Und zwar nicht, weil die, waren die Worte von Johannes zu schwer zu verstehen? Waren sie irgendwie symbolisch, so wie manche Stellen eine Offenbarung, wo man erst ein langes Studium machen muss, bis man weiß, was er meint? Nein, das war sehr deutlich. Er sagte: "Er ist größer als ich. Er ist vor mir gewesen. Ich bin nicht mal würdig, ihm die Schuhriemen zu lösen." Das kann jeder verstehen. Aber er muss es immer und immer wiederholen. Das Interessante ist, dass menschlicher Stolz uns die Worte der Bibel zuschließt. Wir können sie dann fast gar nicht verstehen. Und deswegen muss Gott so viel wiederholen, bis es endlich zu uns durchdringt.

[42:05] Gut, schauen wir mal den nächsten Vers an. Johannes erklärt das noch ein bisschen genauer. Er sagt also in Vers 29: "Wer die Braut hat, der ist der Bräutigam. Der Freund des Bräutigams aber, der dasteht und ihn hört, ist hoch erfreut über die Stimme des Bräutigams. Diese meine Freude ist nun erfüllt." Also das ist ein bekanntes Symbol. Braut, Bräutigam kennt jeder. Stellen wir uns mal einfache Fragen. Wir haben also den Bräutigam und wir haben die Braut. Frage: Im Alten Testament. Im Alten Testament. Wer ist der Bräutigam? Ja, genau. Lesen wir ein paar Stellen, die das eindeutig sagen. Schaut mal in Jesaja 54.

[42:56] Jesaja 54 und dort Vers 5. Wir lesen jetzt ein paar Stellen im Alten Testament. Stellen wir uns einander. Jesaja 54, Vers 5: "Denn dein Schöpfer ist dein Ehemann. Herr der Herrscher ist sein Name, und dein Erlöser ist der Heilige Israels; er wird Gott der ganzen Erde genannt." Das ist ein Name, auch Gottes, Gott der ganzen Erde. So wird er genannt, Gott der ganzen Erde. Dein Ehemann, sagt die Bibel, ist der Schöpfergott. Nächster Vers, Jesaja 62 und dort Vers 5.

[43:29] Jesaja 62, Vers 5: "Denn wie ein junger Mann sich mit einer Jungfrau vermählt, so werden deine Söhne sich mit dir vermählen, und wie sich ein Bräutigam an seiner Braut freut – das ist das, worauf Johannes sich bezieht –, so wird dein Gott sich an dir freuen." Also wer ist Bräutigam? Gott. Und wer ist Braut? Das Volk der Gläubigen. Das ist das Volk Gottes. Das Volk Gottes, Bräutigam und Braut.

[44:05] Noch ein Beispiel, Hesekiel 16, Vers 8. Man könnte noch mehr dafür anführen, aber nur, dass ihr das seht. Das ist etwas, das kannten die Jünger damals ganz gewiss. Hesekiel 16, Vers 8. Hesekiel 16, Vers 8. Das ist so symbolisch hier beschrieben, wie Gott mit dem Volk Israel in den Bund eingeht. Das heißt hier: "Als ich nun an dir vorüberging und dich sah, siehe, da war deine Zeit da, die Zeit der Liebe. Da breite ich meine Decke über dich und bedecke deine Blöße. Ich schwor dir auch und machte einen Bund mit dir, spricht Gott, der Herr, und du wurdest mein." Das beschreibt er so ganz poetisch, wie Gott jetzt die Ehe eingeht mit Israel. Du wurdest mein. Ich machte einen Bund mit dir. Also im Alten Testament ist Gott der Bräutigam und Gott die Braut.

[45:01] Wenn also Johannes jetzt sagt, die Jünger kommen und streiten sich und sagen: "Schau mal hier, Jesus." Wenn er das jetzt sagt, was sagt Johannes? Wer ist der Bräutigam? Jesus. Indem er das Bild vom Bräutigam, der die Braut heiratet, auf Jesus bezieht, haben wir einen weiteren Beweis, dass Johannes Jesus als Gott sieht. Seht ihr das? Wir haben ja gesagt, das Johannesevangelium ist ganz besonders geschrieben worden, um zu beweisen, dass Jesus Gott ist. "Im Anfang war das Wort, das Wort war bei Gott und das Wort war Gott." Und auch dieser Vers macht also deutlich: Jesus muss Gott sein.

[45:37] Paulus hat das auch verstanden. Schaut mal eben im 2. Korinther, 2. Korinther 11, Vers 2.

[45:48] "Denn ich eifere um euch mit göttlichem Eifer, denn ich habe euch einem Mann verlobt, um euch als eine keusche Jungfrau wem zuzuführen? Christus zuzuführen." Also die keusche Jungfrau wird Christus zugeführt als dem Bräutigam. Also damit wird deutlich, Jesus muss Gott sein, denn im Alten Testament ist Gott der Bräutigam und im Neuen Testament wird Jesus als der Bräutigam bezeichnet. Deswegen heißt es auch, dass das Hochzeitsmal des Lammes bereitet ist. Das kann man an vielen Stellen sehen.

[46:20] Aber dann, wer ist denn Johannes? Also Gott, Jesus ist der Bräutigam, die Braut sind die Gläubigen. Und ihr wisst, in der Offenbarung wird auch die Stadt selbst die Braut benannt, nicht wahr? Das neue Jerusalem wird auch die Braut genannt, weil die Gläubigen haben eine Stadt und die Gläubigen wohnen in der Stadt. Das ist also identisch. Aber wer ist denn Johannes? Gehen wir zurück zu Johannes 3 und schauen, wie er sich bezeichnet. Das ist sehr schön. Er ist Freund des Bräutigams. Und übrigens, wenn der Bräutigam Gott ist, dann ist er der Freund Gottes.

[47:00] Und dahinter steckt eine ganz typisch jüdische Sitte, die auch wir kennen. Nämlich die Idee, dass der Bräutigam und die Braut jeweils einen sogenannten Freund hatten. Wir nennen das heute, wie nennen wir das heute? Trauzeugen. Das war damals gang und gäbe. Einige Kommentatoren sagen, das war nur in Judäa Sitte, aber nicht in Galiläa, weswegen Jesus das Bild auch nur in Judäa verwendet hat. Aber das kann ich nicht genau belegen, weiß ich nicht. Aber der Punkt ist der. Und das habe ich nachgelesen, das fand ich interessant. Beide, Braut und Bräutigam, hatten einen Freund und die waren dazu zuständig, vor der Hochzeit quasi die Vermittler zu sein. Also vor der Hochzeit haben sich jetzt Braut und Bräutigam nicht ewig lange irgendwo allein getroffen, sondern Braut hat ihren Freund losgeschickt, der ist dann zum Bräutigam gegangen. Oder dann haben die das ausgehandelt. Und das waren quasi die menschlichen Vermittler zwischen Braut und Bräutigam. Und die beiden haben auch als Diener gedient, während der Hochzeit, haben dann sozusagen sich um das Brautpaar gekümmert und haben, ob ihr es glaubt oder nicht, waren dafür zuständig, das Brautpaar dann zum Brautgemach zu führen. So quasi bis zur Tür, die Tür zugemacht, Aufgabe beendet. Sie haben also im buchstäblichsten Sinne Braut und Bräutigam zusammengebracht. Und selbst nach der Hochzeit waren sie immer noch dafür zuständig, für die Beziehungen zwischen den Familien. Und insbesondere der Freund des Bräutigams hatte die große Aufgabe, immer die Ehre der Braut zu verteidigen. Der Freund.

[48:19] Also wenn man geheiratet hat, dann hat der Trauzeuge die besondere Aufgabe, überall, wo irgendwo ein Zweifel hätte aufkommen können, die Ehre der Braut zu verteidigen. Das war eine ganz wesentliche Aufgabe sogar. Und was ich so interessant fand, das sind jetzt nur jüdische Kommentatoren, aber das fand ich wirklich interessant. Die alten jüdischen Rabbiner haben gesagt, dass ihr wisst es in 2. Mose 19, wenn Gott am Sinai herabsteigt und einen Bund mit seinem Volk macht, da heißt es: "Und Mose ging heraus und führte das Volk Gott entgegen zum Sinai." Da sagen sie, dass Mose die Rolle des Freundes der Braut hatte. Da kommt der Bräutigam und Mose ist quasi der Trauzeuge für das Volk und er bringt das Volk zur Hochzeit. Die Hochzeit hat zwar dann nicht so ganz gut funktioniert, das ist eine andere Geschichte, aber das ist dieses Bild, Gott und das Volk zusammenzubringen.

[49:23] Und er sagt, das ist auch letztlich meine Aufgabe. Er sagt, ich bin der Freund des Bräutigams. Ich habe die Aufgabe, das Volk Gottes und Jesus Gott zusammenzubringen. Und er sagt, meine größte Freude, die größte Freude des Bräutigams, was die Jünger hier vorschlagen, ist ja eigentlich Ehebruch. Sie sagen, wir möchten gerne, dass das Volk nicht zu Jesus kommt, sondern zu uns. Die Jünger wünschen sich, dass das Volk Johannes erhebt und nicht Jesus. Das ist ungefähr so, als wenn die Braut den Freund des Bräutigams mehr liebt als den Bräutigam. Das haben die natürlich nicht so durchdacht, aber das ist, was letztlich dahinter steckt. Das heißt eigentlich, ich weiß nicht, ob man das zu weit denkt, aber wenn man Menschen über Gott erhöht, wenn man Prediger über Gott erhöht, ist das eigentlich geistliche Hurerei. Und das ist vielleicht auch der Grund, warum das Papsttum die Hure genannt wird, weil dort ein Mensch ganz fundamental überhöht wird, weil das Volk plötzlich mit ihm die Ehe eingeht und nicht mehr mit Gott, sozusagen.

[50:26] Das ist interessant. Ein wahrer Diener Gottes wird niemals sich wünschen, dass die Menschen ihm folgen, sondern seine größte Freude ist immer, wenn ein Mensch Gott findet, wenn der Mensch und Gott selbst zusammenkommen. Und er sagt sogar dann in Johannes 3, schau mir das aus, das ist ganz interessant, er sagt Johannes 3: "Der Freund des Bräutigams aber, der dasteht und ihn hört, ist hoch erfreut." Wörtlich steht dort: "Er ist mit Freude erfreut." Das ist so typisch hebräisches Denken, mit Freude erfreut. Und diese meine Freude ist nun erfüllt. Im Hebräischen ist das diese, diese Freude, die mir gehört, das ist meine Freude. Ich habe ein Leben der Entbehrung gelebt, nicht wahr, habe mich nur von diesem Honig ernährt und diesen Karotten, nicht Karotten, den Karob und ein anstrengendes Leben gelebt. Die Leute haben mich nicht schlecht behandelt, nicht wahr, haben mich hinterfragt und so weiter. Aber die Freude meines Lebens ist, wenn ich sehe, dass Menschen zu Jesus finden. Das ist die Freude meines Lebens. Also quasi der Vorwurf zwischen den Zeilen ist: Die wollt ihr mir jetzt nehmen? Wollt ihr mich um meinen Lohn bringen?

[51:39] Die Frage ist, warum wir oft in unserem Leben so so freudlos sind. Ich habe bei Ellen White jetzt die letzten Tage einiges gelesen in einem Andachtsbuch. Da hat, in einem ganz alten Andachtsbuch von 1952, gibt es einen ganzen Monat nur zum Thema Freude. Bei Ellen White ist vielleicht immer so, vielleicht die Assoziation, dass sie viel über Freude schreibt. Sie schreibt unglaublich vieles über Freude und sie sagt, Freude ist die natürliche Folge, wenn man das tut, was Gott sagt. Wenn man das nicht tut, dann wird man immer unglücklich sein. Wenn man Gott dient, dann macht das Freude. Wenn man sich selbst dient, wird man immer unglücklich sein. Wenn man um sich selbst kreist und denkt, dann wird man bitter und ärgerlich. Wenn man anderen das Beste wünscht, wenn man über andere am besten denkt, wenn man sich wünscht, dass andere zu Jesus finden, das macht Freude, das macht Glück. Das ist meine Freude und sie ist erfüllt.

[52:37] Und dann sagt er diese berühmten Worte. Er sagt: "Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen." Und dahinter steckt letztendlich alles, was die Bibel sagt. Er, Christus, muss wachsen, ich muss abnehmen. Das ist in unserem persönlichen Leben so. Das eigene, sündige Ich muss abnehmen. Wir wissen, das Ich wird gekreuzigt, aber wir wissen auch letztendlich, es ist ein Abnahmeprozess. Wir sind nicht von heute auf morgen sündlos und perfekt und himmelsreif. Es ist ein Prozess. Dieser Prozess ist ganz einfach: Der Christus muss wachsen, aber wenn er wächst, weil unser Herz ist ja jetzt nicht unendlich dehnbar. Wenn Jesus wächst, wenn Jesus zunimmt, muss einer abnehmen. Das ist dann mein eigenes Ich. Deswegen sagt die Bibel, dass das Reich Gottes gleicht einem Senfkorn, das aber wächst und wächst und wächst und wächst und wächst.

[53:39] Und eine interessante Stelle noch ist die in Jesaja 9, Vers 5 und 6. Wie lange wächst denn Jesus? Wie lange wächst Jesus? Wann ist Jesus ausgewachsen? Also wenn Johannes sagt zu Jesus, der jetzt um die 30 Jahre ist, er muss wachsen. Er war schon groß genug, oder? Er war schon erwachsen. Also wie viel mehr muss denn Jesus noch wachsen? An Bekanntheit, okay. Heute kennt die ganze Welt ihn. Hat er aufgehört zu wachsen? Also wie lange muss er dann wachsen? Wir sind alle Menschen auf der Erde kennen. Hört er dann auf zu wachsen?

[54:27] Schaut mal mit mir. Interessante Frage, nicht wahr? Habe ich auch nicht darüber nachgedacht. Schaut mal in Jesaja 9. Das ist ein ganz interessanter Text im Zusammenhang. Jesaja 9, Vers 5 und 6. Jesaja 9, Vers 5 und 6. Kennt ihr bestimmt gut.

[54:42] "Denn ein Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter, und man nennt seinen Namen: Wunderbarer Ratgeber, starker Gott, ewig Vater, Friedefürst." Bekannt, oder? Jetzt schaut mal weiter, wie es geht. "Die Mehrung der Herrschaft und des Friedens." Was heißt Mehrung? Wenn etwas gemehrt wird? Zunimmt, es wird mehr. Und diese Mehrung, heißt es hier, wird kein Ende haben. Ich weiß gar nicht, ob man das verstehen kann. Wir können es alle nicht verstehen. Aber was hier steht, ist die Herrschaft Gottes, die Regierung Jesu, sein Charakter, sein Wesen, sein Friede, wächst und wächst und wächst und wächst und wächst und wächst. Und nach der Wiederkunft wächst er und nach den tausend Jahren wächst er. Und wenn dann das Feuer fällt, wächst es weiter. Und wenn wir schon zwei Milliarden Jahre in Ewigkeit sind, wird es noch wachsen und wachsen und wachsen und wachsen und wachsen. Es wird kein Ende geben. Es wird nie den Punkt geben, wo wir sagen: Okay, jetzt haben wir die Regierung Gottes verstanden und jetzt können wir es so abmessen. Es wird immer mehr wachsen. Ellen White sagt, es wird immer neue Schätze zu entdecken geben. Es ist buchstäblich ein Fass ohne Boden.

[56:11] Und wenn man das verstanden hat, wenn etwas immer wächst und wächst und wächst und wächst, die natürliche Reaktion, stellt euch vor, ihr kennt ja das Bild in Daniel 2, da kommt dieser Stein, nicht wahr? Der Stein und dann heißt es, der Stein kommt und dann wächst er, bis er die ganze Erde ausfüllt. Stellt euch vor, da kommt ein Stein und dann wächst er und wächst er und wächst er und wächst er. Was ist die Reaktion eines Menschen, wenn er merkt, es wird immer größer, größer, größer, größer, größer? Die natürliche Reaktion ist: Dann bin ich klein. Wenn ich merke, wie groß Jesus ist, was er alles tun will, dann werde ich wünschen, nicht gegen ihn zu konkurrieren, sondern abzunehmen und ihm die Ehre zu geben.

[56:44] Weil übrigens auch nicht seine Herrschaft, sondern sein Friede wächst. Bei uns bedeutet Friede kein Krieg. Also ich dachte bisher immer so, naja, wir haben jetzt momentan Krieg, großen Kampf im Himmel und der muss gelöst werden und wenn wir dann gelöst, dann ist Friede. Ja, ich meine, wie viel mehr Friede kann man haben als Friede? Aber Friede ist offensichtlich nicht nur die Abwesenheit von Krieg, sondern Friede ist eine ganz eigene Qualität, die kann wachsen. Es kann immer friedlicher werden. Also wir kommen dann in den Himmel, da ist keine Sünde und kein Tod und so weiter und dann beginnt der Friede erst mal zu wachsen. Ja, da kommt noch mehr Friede und noch mehr Friede. Wir werden erstaunt sein, wie Friede noch wachsen kann.

[57:21] Er muss wachsen, ich muss abnehmen. Johannes präsentiert hier ein Grundgesetz des Evangeliums, dass wir wegschauen müssen von uns und hinschauen auf Jesus. Und wir sehen, wenn uns wir alle wissen, das passiert uns manchmal, oder? Es passiert uns manchmal, dass wir noch von Jesus wissen und von Jesus erzählen, aber uns um unsere eigenen Sorgen mehr Gedanken machen als um Jesus. So wie die Jünger von Johannes, das waren ja keine bösen Leute, die waren doch nicht irgendwelche Räuber und Mörder und Liebe. Wir würden vielleicht sagen, bekehrte Christen oder getaufte Gläubige der Gemeinde, in der richtigen Gemeinde, am richtigen Pfarrer, beim richtigen Prediger, aber sie hätten um ein Haar das Werk Jesu behindert, weil sie nicht auf Jesus geschaut haben, sondern auf sich.

[58:10] Und ich glaube, wann immer wir von Jesus wegschauen, auf uns werden wir früher oder später das Werk Gottes behindern. Wir müssen von uns wegschauen, von dem, was wir denken, dass andere uns tun müssten oder von dem, was Gott für uns tun müsste, oder wir müssen wegschauen auf Jesus und dann sagen: Er muss zunehmen, ich muss abnehmen, er muss wachsen.

[58:36] Und Johannes sagt, und das ist das Interessante, jeder Psychologe würde sagen: Ja, dann bist du ja depressiv. Johannes sagt: "Meine Freude ist groß und sie ist erfüllt." Johannes sagt nicht: "Ich warte auf die tausend Jahre oder auf die Zeit nach der Wiederkunft, dann werde ich ja Freude haben." Er sagt: "Jetzt hier auf der Erde, inmitten der Wüste, inmitten all dem Angriff von den Pharisäern habe ich Freude, ich bin fröhlich, weil ich auf ihn schaue und er wächst, da kann ich ruhig abnehmen."

[59:05] Wer von euch möchte sagen heute, nicht einfach nur so, naja, sondern wirklich: Ich möchte wegschauen von mir, wegschauen, damit ich auf Jesus schauen kann und damit er wachsen kann in meinem Leben, in unserer Gemeinde, überhaupt in der Welt, dass er erhöht wird und dass, wann immer ein Mensch zu mir kommt, ich ihn zu Jesus bringe, so wie Johannes der Täufer. Wollen Sie das vornehmen? Dann lassen wir uns noch gemeinsam beten und niedergehen dazu.

[59:30] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir danken von ganzem Herzen, dass du durch dein Wort zu uns gesprochen hast. Bitte hilfst du uns, hilfst uns, dass wir lernen, diese Worte auch wirklich auf uns persönlich anzuwenden. Hilfst du mir, noch mehr auf dich zu schauen. Hilfst du jedem Einzelnen von uns, auch denen, die zuschauen, dass wir den Blick von uns wenden zu dir hin, dass wir Freude erleben dürfen. Die Freude, die Johannes gehabt hat, inmitten all der Probleme, die es damals gab, dass wir nicht den Fehler machen seiner Jünger und aus Eifer für uns selbst oder für andere Jesus aus den Augen verlieren. Jesus, du sollst wachsen in unserem Leben und wir wollen abnehmen. Darum bitten wir dich von ganzem Herzen. Amen.

[1:00:45] Vertraue und glaube, es hilft, es heilt die göttliche Kraft!


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