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In dieser Folge von „Die 7 Posaunen“ taucht Christopher Kramp tief in die historische Bedeutung der ersten vier Posaunen der Offenbarung ein. Er beleuchtet, wie diese prophetischen Zeichen mit dem Untergang des Römischen Reiches durch die Invasionen von Hunnen und Germanen zusammenhängen. Anhand von historischen Zitaten und biblischen Vergleichen wird die Symbolik der Posaunen entschlüsselt und ihre Erfüllung in dramatischen Ereignissen wie der Plünderung Roms und dem Fall des Vandalenreichs dargestellt.


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Serie: Die 7 Posaunen

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Transkript

[0:00] Wir wollen uns jetzt Gedanken machen über die sieben Posaunen in der Offenbarung.
[0:23] Danke für eure Geduld, danke an die Technik für ihre Mühe.
[0:27] Wir werden heute ganz bildlich sehen, was es bedeutet, wenn so Dinge weggeschnitten werden. Ihr werdet dann gut zuhören müssen, was ich euch sage in den Zitaten.

[0:40] Was wir vorhaben, ist jetzt, nachdem wir heute Vormittag so die große rote Linie gesehen haben, den roten Faden, der christozentrisch eigentlich uns zeigt, was ist die Hauptbotschaft des Evangeliums in den Posaunen, wollen wir jetzt tatsächlich ins Detail gehen und schauen, was so die Zwischendrin, diese Posaunen historisch ausgemacht haben und das Thema wird sein: Invasion ins Imperium – Hunnen, Germanen und der Untergang Roms.

[1:06] Bevor wir beginnen, wollen wir gerne noch ein Gebet sprechen und ich lade euch ein, dass wir gemeinsam dazu wieder klingen. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass du uns Prophetie geschenkt hast, dass sie uns zeigt, dass du Herr der Geschichte bist und deswegen auch unsere Geschichte kennst, dass du uns durch die einzelnen prophetischen Ereignisse vorbereitest auf die gegenwärtige Wahrheit, die für uns besonders wichtig ist. Und wenn wir uns jetzt einige Dinge anschauen, die Jahrhunderte zurückliegen, dann lass uns verschiedene Dinge dabei erleben: Erstens, dass wir sehen, dass dein Wort vertrauenswürdig ist, dass wir auch davon ausgehen können, dass du die Adventbewegung in ihrer Interpretation gelenkt und geleitet hast und dass wir auch praktische Lektionen lernen aus der Erfahrung von Generationen, die lange vor uns gewesen sind, die erlebt haben, wie Prophetie sich in ihrer Zeit erfüllt. Wir glauben, dass manches von dem, was damals zur Aufrichtung des Papsttums geführt hat, sich auch wieder in dieser Zeit, zumindest im Prinzip, wiederholen wird. Ich möchte dich bitten, dass du uns segnest im Studium deines Wortes und dass du uns mit deinem Heiligen Geist erfüllst. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.

[2:24] Der Fall Roms ist eines der größten Themen der Geschichtswissenschaft. Unsere Pioniere waren sich sicher und wie wir heute gesehen haben, mit guten Gründen, dass die ersten vier Posaunen den Fall Roms beschreiben. Nun, vielleicht eine, ein, zwei kurze Bemerkungen am Anfang. Unsere Pioniere haben im Wesentlichen sich auf ein Geschichtswerk berufen von einem Historiker namens Gibbon, der ein Buch geschrieben hat über den Niedergang und Fall des römischen Imperiums, was zur Zeit unserer Pioniere so quasi das Standardwerk der Geschichte gewesen ist. Und da unsere Pioniere gesehen haben, aufgrund der großen Posaunendynamik, aufgrund des großen Bildes sozusagen, der roten Linie, dass hier der Fall Roms gemeint sein muss, haben sie sich sehr stark auf dieses Geschichtswerk berufen. Wenn ihr zum Beispiel J.R. Smith lest, werdet ihr feststellen, dass dort sehr viele Zitate seitenweise von Gibbon und auch von anderen, die aus seiner Tradition herkommen, zitiert worden sind.

[3:49] Nun, Leute, die später unsere traditionelle Auslegung angegriffen haben, haben immer gesagt: Schaut her, die haben ja einfach nur Geschichtsbücher kopiert. Die haben ja gar nicht richtig Bibelstudium gemacht. Was also passiert ist: Unsere Pioniere haben gewusst, es muss um den Fall Roms gehen, haben dann in den Geschichtsbüchern geschaut, was finden wir dort, haben dort die wesentlichen Dinge gesehen und haben gesehen, es passt mit den Posaunen und haben dann auch versucht zu zeigen, wie sozusagen biblisch die biblischen Symbole darauf passen können. Es ist immer wieder angemerkt worden von manchen, dass diese Zuordnung von biblischen Symbolen zur Geschichte vielleicht nicht immer so ganz glücklich ist oder vielleicht manchmal für den einen oder anderen etwas, wie soll ich sagen, konstruiert erscheint. Und was wir tun wollen: Wir wollen jetzt schauen, ist es möglich, allein aus der Bibel heraus, die Symbole so zu verstehen, dass sie mit der Geschichte wirklich übereinstimmen, ob das also Hand und Fuß hat.

[4:47] Und ich habe euch heute diese Übersicht hier gezeigt, die hier, das könnt ihr euch hoffentlich noch erinnern. Und wir haben gesehen, es ist das Sonntagsgesetz von Konstantin, das ihr hier gesehen hättet, vielleicht seht ihr das hier noch am Rand. Das letztendlich eigentlich diese Posaunen aus der geistlichen Perspektive betrachtet zum Blasen beginnen lässt. Nur vielleicht ganz kurz als Wiederholung, falls Leute heute Vormittag nicht dabei gewesen sind. Wir haben gesehen, die ersten vier Posaunen betreffen Erde, Meer, Wasserquellen und Himmel. Und in der Dreifalt-Engels-Botschaft haben wir natürlich den Hinweis auf, der der gemacht hat, Erde, Himmel, Meer und Wasserquellen als einen Aufruf zur Beachtung des Sabbats. Und wir haben die Parallele gezogen, wenn dieselbe Sprache als Gericht benutzt wird, dann ist es anzunehmen, dass auch ein Sonntagsgesetz in der Antike zu diesen Gerichten geführt hat. Das haben wir dann identifiziert.

[6:09] Ich lese euch jetzt einfach alles vor: 321 Sonntagsgesetz durch Kaiser Konstantin, 325 Silvester, Bischof von Rom, nennt den Sonntag Herrentag und dann das Konzil von Laodizea, 363 und 364. Und wir haben gesehen, dass genau dann in diesen 60er Jahren und 70er Jahren tatsächlich diese Völkerwanderung beginnt, die dann sozusagen die Posaunen auslöst, den Fall Roms initiiert. Ich habe das heute gezeigt, dass die Hunnen hier 360 die Wolga überschreiten, dann hier die Dnjepr 375 bei der Krim sind und die germanischen Stämme, die hier so gelebt haben, dann in das Reich hineingedrückt haben. Dazu jetzt aber gleich mehr.

[6:55] Also fangen wir mal ganz simpel an. Offenbarung 8, Vers 7. Das könnt ihr fast sogar noch lesen, ihr könnt auch die Bibel aufschlagen. Wir werden jetzt immer in Offenbarung 8 bleiben, in den ersten vier Posaunen. Erste Posaune sagt uns nur ein Vers: Und der erste Engel stieß in die Posaune, und es entstand ein Hagel und Feuer mit Blut vermischt, und wurde auf die Erde geworfen, und der dritte Teil der Bäume verbrannte und alles grüne Gras verbrannte.

[7:23] Also das Symbol, das wir haben, ist erst einmal Hagel und Feuer. Hagel und Feuer mit Blut vermischt, und das verbrennt hier Bäume und es verbrennt Gras. Und wenn ihr zum Beispiel bei J.R. Smith das lest, dann sagt er zum Beispiel, und es ist ein Beispiel jetzt, wie das bei den oft verstanden wurde: Hagel entsteht, wenn es kalt ist und die Goten kommen aus Skandinavien, da ist es kalt und deswegen sind hier die Goten gemeint. So ist das dann oft in Büchern zu finden gewesen und da gibt es Leute, die sagen: Naja, also nur weil es in Skandinavien kalt ist, sollen das jetzt die Goten sein, ist das jetzt das Einzige, was wir haben sozusagen. Und dann sind einige damit irgendwie ein bisschen unzufrieden, zumal auch die Frage ist, ob wirklich die Goten wirklich aus Skandinavien gekommen sind. Spricht einiges dafür, aber das ist nicht ganz so einfach zu belegen.

[8:14] Schauen wir uns erstmal biblisch an, was hier überhaupt passiert. In 2. Mose haben wir die zehn Plagen über Ägypten und da haben wir unter anderem die siebte Plage und dort finden wir auch einen schweren Hagel. Nun, das Besondere an den Plagen ist in Ägypten, dass jede Plage so ihre Eigenheit hat. Die zehn Plagen sind nicht alle identisch, sondern jede Plage hat so ein bisschen ein spezifisches Charakteristikum. Und das Besondere an der siebten Plage beim Hagel ist, dass sie so einen epochalen Charakter hat. Etwas, das es noch nie gegeben hat in Ägypten, seit es gegründet wurde. Und das ist sehr interessant, das wird extra betont hier. Dann wird das beschrieben: Das heißt es hier: „Und nun lass dein Vieh und alles, was du auf dem Feld hast, in Sicherheit bringen, denn auf alle Menschen und alles Vieh, die sich auf dem Feld befinden und nicht in den Häusern versammelt sind, auf die wird der Hagel fallen und sie werden umkommen.“ Wer nun von den Knechten des Pharao das Wort des Herrn fürchtete, der ließ seine Knechte und sein Vieh in die Häuser fliehen. Diejenigen aber, die sich das Wort des Herrn nicht zu Herzen nahmen, die ließen ihre Knechte und ihr Vieh auf dem Feld. Diese Plage war auch nicht auf alle Ägypter, sondern sie war nur bei denen, die sozusagen besonders widerspenstig waren. Es gab die Möglichkeit, vor dieser Plage geschützt zu sein.

[9:32] Und es heißt hier weiter: „So streckte Mose seinen Stab zum Himmel, und der Herr ließ es donnern und hageln, dass das Feuer zur Erde fiel, niederfuhr, und der Herr ließ hageln und so weiter.“ Und dann heißt es hier: „Zerschlug der Hagel alles Gewächs auf dem Land und zerbrach auch alle Bäume auf dem Land.“ Also ihr seht: Hagel, Feuer, Bäume, Gewächs, Gras – das ist genau dasselbe eigentlich wie in der ersten Posaune. Könnt ihr das sehen? Das ist dieselbe Symbolik. Und das Besondere an dieser siebten Plage war, dass sie ein Ereignis war, was es so in der Geschichte Ägyptens, wenn man die Jahrhunderte zurückgeschaut hat, so noch nie gegeben hat. Also wir würden also eine Erfüllung suchen: ein Ereignis, das irgendwie so epochal war, das irgendwie so noch nie so da gewesen war in der Form.

[10:15] Weiter finden wir im Psalm 104 auch noch hier die Beschreibung, nicht wahr, von den Plagen in Ägypten: „Hagel statt Regen, Feuer, Flammen, und es zerbrach die Bäume.“ Also da noch mal dasselbe in Grün. Weiter wird gesagt über Hagel in der Bibel. In einem anderen Zusammenhang sagt es hier: „Siehe, der Herr hat einen starken und gewaltigen Breit wie ein Hagelwetter, wie ein verderbenbringender Sturm, wie ein Wolkenbruch mit mächtiger Wasserflut.“ Also hier wird ein mächtiger, in dem Fall geht es um ein Gericht, wo Gott das Volk strafen möchte, durch einen mächtigen Herrführer oder so, einen gewaltigen, und der wird wie ein Hagel dargestellt. Hagel steht auch für mächtige, gewaltige Personen.

[10:56] Und in Jesaja 30, Vers 30 heißt es: „Der Herr wird seine majestätische Stimme hören lassen und seine niederfahrenden Arme sehen lassen mit Zornesbrausen und verzehrenden Feuerflammen, Wolkenbruch, Platzregen und Hagelstein.“ Jetzt könnt ihr sehen, gegen wen richtet sich dieses Hagelwetter hier, mit dem Feuer und dem Hagel, gegen wen? Gegen die Assyrer. Wer waren die Assyrer? Also was war so der Status der Assyrer? Mächtiges Volk, das war Weltreich zur Zeit von Jesaja. Nun, die Assyrer sind natürlich zur Zeit der Posaunen schon lange Geschichte, aber die Idee ist hier sozusagen, dass durch Hagel oder Hagel und Feuer ein Symbol für ein Gericht an der herrschenden Weltmacht. Auch das können wir sozusagen aus dem Text hier entnehmen.

[11:45] Und, und das ist sehr interessant, der vielleicht interessanteste Text dazu: „Hageln muss es, das ist auch Jesaja, Jesaja 30 Vers 30, Hageln muss es zuvor, dass der Wald zusammenbricht und die Stadt tief erniedrigt wird.“ Also der Hagel steht auch für die, oder ist verbunden in der Bibel mit der Erniedrigung einer Stadt. Also wenn wir jetzt sozusagen das Ganze zusammennehmen, suchen wir in der ersten Posaune nach einem Ereignis, das es so über Jahrhunderte nie zuvor gegeben hat. Es muss ein Gericht an einer herrschenden Weltmacht, also Rom, es muss eine starke Persönlichkeit involviert sein und es muss um die Erniedrigung einer Stadt gehen. Und wie wir sehen werden, hat sich genau das in der ersten Posaune erfüllt.

[12:26] Also erzählen wir die Geschichte, ein bisschen Vorgeschichte. Wie gesagt, die Hunnen habt ihr schon tausendmal gesehen, ein merkwürdiges Volk. Erzähle ich vielleicht später noch mehr zu denen. Die kommen jetzt also im Jahre 374 überschreiten die Wolga, erobern das Königreich der Alanen, dann erobern sie ein Jahr später das Gräutungenreich in der heutigen Ukraine und kommen dann zum Römischen Reich. Wir lesen, oder ich lese, ihr hört: „Der Anlass und Samen all der Desaster, die der Zorn des Mars“ – also das ist jetzt ein heidnischer Römer. Wir werden übrigens nur Originalzitate aus der römischen Epoche lesen. Also keine Historiker aus dem 18., 19., 20. Jahrhundert, sondern nur Originalzitate. Und zwar so, wie sie aufbereitet sind nach dem Stand geschichtswissenschaftlich über den Fall Roms im Jahre 2018, 19. Also nicht so wie im 19. Jahrhundert, sondern so wie Geschichtswissenschaft heute sozusagen den Fall Roms darstellen würde, anhand der Zitate. „Die hunnischen Gens, also die hunnischen Völker, die über die alten Berichte wenig gesagt wird, lebte einst jenseits des Mäotischen Sees in Richtung des eisigen Weltmeeres und übertrifft alle Menschen an Wildheit. Dieses ungezähmte Geschlecht bahnte sich nun, entbrannt in unmenschlicher Raubgier, plündernd und mordend seinen Weg durch die Nachbarvölker.“

[13:42] „Da kamen die sogenannten Terwingischen Goten unter der Führung des Athanarich an die Donau und schickten Gesandte an Kaiser Valens, die demütig um Aufnahme baten und versprachen, man werde nicht nur Frieden mit den Römern halten, sondern das Imperium auch Hilfstruppen stellen, sofern erforderlich.“ Also was passiert? Die Hunnen drücken von Osten und die Goten, ein Teil der Goten, man nennt sie noch nicht Westgoten, die Teilung in West- und Ostgoten kommt später, das sind die sogenannten Terwingischen Goten, aus denen sich später die Westgoten entwickeln. Die haben solche Angst vor den Hunnen, die sagen: Liebe Römer, könnten wir auf eurer Seite des Flusses leben, wir würden gerne im Imperium leben und wir würden für euch kämpfen, wir würden helfen. Die Berater des Kaisers sagen: Fantastisch, super, ausgezeichnet, nehmen wir sofort.

[14:30] Und der Kaiser erlaubt es ihnen, sie werden angestellt quasi als Hilfstruppen. Der Kaiser sendet ein paar römische Offiziere, um sie zu versorgen und die benehmen sich völlig daneben. Das heißt hier: „Denn als die barbarischen Krieger nach ihrer Ankunft bald vor Hunger geplagt wurden, nötigten diese beiden römischen Kommandeure einen abstoßenden Handel auf. Sie tauschten alle Nahrungsmittel, selbst jeden räudigen Hund, den man habhaft wurde, gegen jeweils einen Goten ein, den man versklavte, darunter waren sogar die Söhne der gotischen Anführer.“ Die Geschichte, die wir von Anfang an sehen: Es waren gar nicht die Germanen, die so böse waren, es waren die Römer. Die Römer graben von Anfang an ihr eigenes Grab, sie sägen an ihrem eigenen Ast, sie behandeln die Goten wie den letzten Dreck. Und die Goten, die denken: Hey, wir wollen für euch kämpfen, wir kriegen nichts zu essen, wir werden hier versklavt. Was machen die? Die rebellieren.

[15:22] 378, zwei, drei Jahre später kommt es zur Schlacht von Adrianopel. Die Römer denken sich: Meine Güte, ein paar Goten, die werden wir schnell besiegen. Die oströmische Armee, die geht schon mal vor, das ist nämlich in Ostrom. Die Weströmer, die schicken auch eine Armee, aber die Oströmer denken sich: Meine Güte, die paar Goten, die kriegen wir so. Und warten nicht mal auf die Weströmer, greifen die Wagenburg an und wissen nicht, dass ein großes Kavallerieheer von Alanen und Grutungen hinter dem Hügel steht. Und die Römer werden völlig geschlagen. Katastrophe. Die erste, die größte Niederlage gegen Germanen seit der Varusschlacht im Teutoburger Wald. Und das schockt die Römer erst natürlich so ein bisschen und sie sagen: Okay, dann lassen wir euch in Frieden, wir geben euch wieder Geld und versorgen euch, dann seid unsere Freunde.

[16:14] Hier haben wir eine Karte von, so sieht Rom aus, so um 400, also Ende des vierten Jahrhunderts. Und hier so in Thrakien, von da kommen die terwingischen Goten, da lassen die dich nieder. Und die Römer sagen: Jetzt bleibt mal da und seid unsere Helfer. Und was man auch wissen muss: In Rom gibt es zu der Zeit Bürgerkrieg ohne Ende. Da gibt es immer so mehrere Leute, die gleichzeitig Kaiser sein wollen. Und eine der Hauptgründe, warum fällt, ist nicht, weil hier das stolze römische Reich von den Germanen überrannt wird, sondern weil die Römer nicht nur moralisch immer mehr verfallen, sondern weil sie ständig Krieg gegeneinander führen.

[16:52] Hier haben wir zum Beispiel die Schlacht am Frigidus, die wahrscheinlich verlustreichste Schlacht bis Verdun. Es hat niemals bis ins 20. Jahrhundert eine Schlacht gegeben, bei der so viele Menschen an einem Tag gestorben sind. Da werden ganze Armeen ausgelöscht und das ist ein Grund, warum später relativ kleine barbarische Stämme das ganze römische Reich überrennen können. Man fragt sich sonst, wie ist das möglich? Die Römer metzeln sich gegenseitig nieder. Und was sie auch gerne tun, ist, dass sie dann so Hilfsgoten vorneweg in die Schlacht schicken, um die alle umzubringen, damit sie selbst dann besser bei wegkommen. Aber naja, jedenfalls im Jahre 395 stirbt der Kaiser Theodosius. Er hinterlässt zwei Söhne, Arkadius und Honorius, und er teilt das Reich in genau zwei Hälften: Ostrom, könnt ihr sehen, oströmisches Reich und weströmisches Reich. Genau hier so die Grenze ist hier so bei ehemaligem Jugoslawien. Arkadius ist 18 Jahre alt, der regiert hier in Konstantinopel und Honorius wird der neue Westkaiser, zehn Jahre alt. Und in der Zukunft wird es viele solche unfähige Kaiser geben, die jetzt über das römische Reich regieren sollen. Wir werden gleich noch mehr von ihm hören.

[18:06] Und es heißt hier: „Als aber Kaiser Theodosius, sein Freund des Friedens und der Goten, überraschend das Zeitliche gesegnet hatte, übernahmen seine beiden Söhne die Herrschaft und begannen sogleich damit, durch ihre Habgier das römische Reich zugrunde zu richten, denn sie verweigerten ihren Verbündeten, den Goten, die diese zustehende Belohnung. Der Unmut der Goten über die Römer wuchs daher rasch und weil sie sich fürchteten, längere Stillhalten würde ihren Kampfesmut brechen, riefen sie den Alarich zu ihrem Rex aus.“ Rex heißt König, aber das sind noch keine Könige mit Kronen, das sind mehr so Stammeskönige, so Warlords sozusagen. Dieser kam aus einer angesehenen Familie und stand an Adel nur den Amalen zurück, denn er war ein Balte und sein Geschlecht trug bei den Goten seit langem diesen Namen Balta, das heißt die Tapferen. Und als Alarich zum Rex erhoben worden war, beriet er sich mit seinen Männern und beschloss sich, aus eigener Kraft eine Regnum, das heißt ein Königtum zu verschaffen, statt weiterhin umsonst anderen zu dienen.

[19:01] Also die Goten merken: Hey, die Römer betrügen uns die ganze Zeit. Wenn wir jetzt betrogen werden, dann können wir selbst auch ein kleines Königreich gründen, oder? Und da haben wir hier Alarich, wie sich der Künstler ihn vorstellt, vielleicht sah ganz anders aus, aber naja, der Rex der Terwingischen, später der Westgoten. Nun, es gab aber einen Heermeister in Westrom, den Stilicho. Das war so Halbhunde, nee, Halbvandalen, Halb-Römer. Und der hat gesehen: Wir könnten die Goten gut benutzen, denn wir wollen ja immer Bürgerkrieg führen gegen den Osten. Er hat gesagt: Wir brauchen diese Goten und hat versucht, immer mit ihnen Bündnisse einzugehen, hat ihnen einen Vertrag versprochen und das ging immer so: Wenn ihr für uns kämpft, dann geben wir euch die Ernte von einem Jahr, die Annona, ihr könnt euch versorgen. Und dann wollten die losziehen und dann gab es wieder irgendwie Bürgerkrieg im Westen, dann konnte man es nicht machen. Und die Goten haben gewartet: Wann kämpfen wir, wann kämpfen wir? Und dann hat der Stilicho gesagt: Ja, jetzt gleich, jetzt geht's gleich los, ja, und jetzt geht's los. Und dann hat er einen Einfall von irgendwelchen Germanen irgendwo im Norden, ich war da, geht wieder nicht, ja. Und die Goten wurden ganz unruhig, weil sie hätten nur die Versorgung bekommen, wenn sie auch gekämpft haben. Ja, sie warten die ganze Zeit und kriegen nichts. Der Alarich hat 40.000 Leute unter sich und kann sie nicht versorgen so richtig.

[20:11] Und dann stirbt Stilicho und die Römer sagen: Wir kennen keinen Vertrag. Ihr habt den Vertrag mit Stilicho gemacht, der ist tot, also gilt der Vertrag nicht. Also das war so die römische Moral. In fast der gesamten Geschichte sind es nur die Römer, die die Verträge brechen. Und nur, dass ihr nicht die Idee habt, hier das arme römische Reich wird überrannt von diesen Barbaren, sondern es ist eigentlich ziemlich andersherum. Ellenweid sagt: Die Moral, also die Prinzipien eines Königreichs führen zu ihrem, also dass ein Königreich etabliert wird oder auch fällt. Das sieht man hier sehr deutlich in dieser Geschichte.

[20:45] Und dann heißt es hier: „Die westlichen Provinzen des Imperiums befanden sich in Aufruhr und viele Usurpatoren erhoben sich. Nachdem Stilicho getötet worden war, sandte Alarich, der Anführer der gotischen Kriege, eine Gesandtschaft an Honorius, um das verabredete Foedus, also den Vertrag, zu schließen. Doch er reichte er nichts. Daher zog er nach Rom und belagerte es.“ Der belagert Rom nicht, weil er denkt, ich bin der Tollste. Er belagert Rom, weil er sich ernähren muss. Und dann rückt er nochmal ab, weil der Honorius sagt: Ja, ja, du kriegst dein Geld, du kriegst dein Geld. Ja, mach, mach. Von wegen, Fuß zu Kuchen. Kaum ist die Gefahr gebannt, wir haben nichts gesagt.

[21:22] Und dann kommt der Alarich erneut und hat sogar noch versucht, einen eigenen Kaiser auszurufen. Man muss dazu sagen, vielleicht nur als Erklärung: In Rom sitzen keine Kaiser mehr. Die Kaiser sitzen alle in Ravenna oder Mailand. Rom ist viel zu groß, als dass ein Kaiser da noch sein kann, viel zu gefährlich für einen Kaiser. Und der Kaiser sitzt irgendwo in Norditalien und kümmert sich nicht um Rom. Und der Alarich sagt jetzt: Okay, ich habe keine andere Wahl. Entweder ich nehme diese Stadt jetzt ein, was ich eigentlich gar nicht will, oder ich habe Meute bei meinen eigenen Leuten. Also passiert das, was seit fast 800 Jahren nicht passiert ist. Die Stadt Rom. Das letzte Mal, als Rom eingenommen war, war es noch mehr oder weniger ein kleines Dorf im vierten Jahrhundert vor Christus, als die Gallier kamen.

[22:04] Rom, die Stadt, die seit Jahrhunderten das Gesetz für die Welt gewesen ist, wird eingenommen, wird drei Tage lang wehrlos geplündert. Das war ein Schock für die Gesellschaft, das kann man sich heute nicht mehr vorstellen. Ich meine, könnt ihr euch erinnern an den 11. September 2001? Der 11. September 2001 war wahrscheinlich deswegen so bedeutsam, nicht, weil dort mehr Menschen gestorben sind als in anderen Attentaten, sondern weil es so einen Symbolcharakter gab dort, oder? Schon jetzt sagen Historiker, das wird eine Zäsur in der Geschichte sein. Man spürt das schon richtig. Irgendwie hat sich was verändert. Einfach, weil es so ein, das war ein Wahrzeichen. Das war etwas, so hat man einen Angriff auf die USA schon gar nicht auf New York. Das war unvorstellbar. Genau diese psychologische Wirkung, diese Demütigung ist genau das, was hier 410 im August, vom 24. bis 27. August passiert.

[23:04] Und entsprechend haben wir hier die Kommentare. Jordanes sagt: „Als seine Krieger in Rom eintraten, gab Alarich den Befehl, die Stadt lediglich zu plündern, sie nicht niederzubrennen.“ Also es war nicht so dramatisch. Es war, man konnte sozusagen, es war noch gemessen sozusagen, ähnlich wie auch in der 7. Plage, das Ganze nicht völlig war. Und auch die heiligen Städte zu verschonen. Sie haben die Kirchen in Ruhe gelassen.

[23:26] Und hier schreibt jetzt Hieronymus, so ein Gefühl, wie die gedacht haben damals: „Da reichte uns eine furchtbare Kunde aus dem Westen. Rom war belagert worden. Seine Bürger hatten sich ihr Leben mit Gold erkaufen müssen. Nachdem sie aber auf diese Weise enteignet worden waren, waren sie bald darauf erneut bedrängt worden. Als sie nichts mehr zu geben hatten, als bloß ihr Leben. Die Stimme stockt mir und während ich das folgende diktiere, unterbricht schluchzen meine Worte. Die Stadt, die die ganze Welt erobert hatte, wurde um ihrerseits erobert. Und wenn der Hunger zu Rom mehr Opfer gekostet hatte, als nur das Schwert und nur noch wenige Bürger übrig waren, die man hätte versklaven können.“ Also ihr seht ja sozusagen, was das ausgelöst ist. Zeitgenosse der Zeit.

[23:59] Es gab eigentlich nur einen, den das nicht gestört hat, und das war der Kaiser. Kaiser Honorius. Hier gibt es folgende Anekdote dazu: Man erzählt sich, dass der Kaiser Honorius in Ravenna von einem Hof-Eunuchen die Nachricht erhielt, mit Rom sei es vorbei. Und er klagte laut und rief aus: „Aber ich habe sie gerade doch noch gefüttert!“ Denn er besaß ein großes Huhn namens Roma. Als der Eunuch verstand, was der Kaiser meinte, erklärt ihm: „Nein, die Stadt Rom sei von Alarich geplündert worden.“ Honorius seufzte vor Erleichterung und antwortete: „Ach, mein guter Mann, ich dachte schon, meine liebe Henne sei gestorben.“ So unfähig, sagt man, war dieser Kaiser. Also das ist wahrscheinlich so nicht passiert. Die römischen Historiker, die erfinden so Geschichten gerne, um die Leute besonders dumm dastehen zu lassen. Aber das zeigt die Empörung. Wie kann ein Kaiser in Ravenna oder Mailand sitzen und Rom preisgeben? Diese Erniedrigung. Das ist unfassbar.

[24:54] Und das ist also passiert. Der Alarich, der wollte dann eigentlich über Süditalien nach Afrika. Weil Nordafrika war die Kornkammer vom römischen Reich. Das gelang aber nicht. Die Flotte, das hat nicht funktioniert mit den Schiffen. Er ist dann gestorben. Sein Verwandter Athaulf wurde dann ein neuer Rex der Westgoten und die sind dann Richtung Westen abgezogen und haben dann mit den Römern einen Vertrag wieder geschlossen und durften sich hier auf den beiden Seiten der Garonne ansiedeln. Das war ihr originales Siedlungsgebiet. Deswegen wurden sie dann die Westgoten genannt. Sie waren jetzt nach wie vor eigentlich Verbündete der Römer.

[25:33] Also fassen wir kurz zusammen, was wir gesehen haben. Ne, fassen wir nicht zusammen. Habt ihr alles gehört. Die Zusammenfassung kann man ja später dann nochmal sehen. Die erste Posaune ist also dieser Fall Roms, diese Erniedrigung der großen Hauptstadt.

[25:42] Kommen wir zur zweiten Posaune. Da heißt es: „Und der zweite Engel stieß in die Posaune, und es wurde etwas wie ein großer mit Feuer brennender Berg ins Meer geworfen. Der dritte Teil des Meeres wurde zu Blut und der dritte Teil der Geschöpfe im Meer, die Leben hatten, starb und der dritte Teil der Schiffe ging zugrunde.“ Wasser zu Blut. Woher kennen wir das? Plagen, genau. Und auch wieder bei den Plagen in Ägypten. In der ersten Plage wurde auch das Wasser des Nils zu Blut. Jetzt, warum war die Strafe auf dem Nil? Was war dem Nil so besonders? Religiös, genau. Was war noch? Also rein so praktisch am Nil. Es war Wasser, genau. Also das ganze Ägypten, wenn ihr euch die Karte anschaut, war entlang des Nils. Warum? Ohne Nil kein Leben, weil ansonsten ist es Wüste. Der Nil war sozusagen die Lebensader Ägyptens. Die gesamte Wirtschaft, das ganze Leben hing am Nil. Es war ein Angriff quasi von Anfang an auf die Grundlage der Versorgung. Denn wenn der Nil nicht das Wasser an die Ufer bringt, dann gibt es keine Ernte. Schiffe sind ebenfalls ein Symbol für Wirtschaft, für Handel. Wir finden hier die Schiffe auf dem Meer, die Handel treiben. Also wenn es von Schiffen spricht, spricht es von Wirtschaft, von ökonomischen Faktoren.

[27:00] Und ein verbrannter Berg. Es gibt kein brennenden Berg in der Bibel, es gibt einen verbrannten Berg. Und der verbrannte Berg in der Bibel, hier spricht über Babylon im Alten Testament, ist ein Symbol für eine Macht, die vernichtet wird und nie wiederkommt. Also was wir suchen ist jetzt beim Fall Rom ein Ereignis, wo eine Macht, die danach zerstört wird, die nicht dauerhaft bleibt, einen Wirtschaftskrieg, einen ökonomischen Krieg gegen die Römer führen. Das wäre sozusagen das, was wir erwarten können, sozusagen die Lebensader Roms angreifen. Gab es einen germanischen Stamm, der tatsächlich dann kurze Zeit später selbst ausgelöscht wurde, also als brennender Berg selbst vergeht, der Rom ökonomisch an der Gurgel hatte? Die Antwort ist natürlich die Vandalen.

[27:47] Und da auch wieder ein bisschen Vorgeschichte. Hier lesen wir für das Jahr 406 aus den Annalen: „Im sechsten Konsulat des Arkadius Augustus und im Konsulat des Probus am 31. Dezember, hieß damals glaube ich noch nicht Silvester, überschritten Vandalen und Alanen den Rhein und drangen in Gallien vor.“ Also hier so im heutigen Westdeutschland. Die haben dann gesagt: Wir wollen jetzt auch ins Imperium. Ähnliche Gründe wie bei den Goten. Offensichtlich war wohl der Rhein zugefroren. Es gibt auch zwei andere Historiker, die sagen, vielleicht sind die über Brücken gekommen, was weiß ich. Aber wahrscheinlich ist er zugefroren gewesen und sie sind dann in das Reich hineingekommen.

[28:21] Die Römer waren entgeistert: „Zahllose Gentes, und zwar solche von äußerster Wildheit, haben sich in Gallien bemächtigt. Alles Land zwischen Alpen und Pyrenäen, zwischen dem Rhein und dem Ozean haben sogenannte Quaden, Vandalen, Sarmaten, Alanen, Gepiden, Heruler, Sachsen, Burgunder, alle Mannen. Und oh du armes Reich, auch die pannonischen Feinde verwüstet. Mainz, die hochberühmte Civitas, also die Stadt, ist zuerst erobert und geplündert worden. In der Hauptkirche sind Tausende niedergemacht worden. Worms ist nach langer Belagerung gefallen. Die mächtigen Städte Reims, Amiens, Arras, sowie Tonnerre, Bayer und Straßburg sind alle gewissermaßen besitzter Gemeinden geworden. Vor den Toren wütete das Schwert. Drinnen der Hunger. Auch Hispanien, das schon, oh ja, seinen Untergang entgegenallt, ist jeden Tag in Angst.“ Also da war richtig was los. Alles brach zusammen oder begann langsam zusammenzubrechen.

[29:06] Über die Jahre ziehen diese ganzen Stämme, die Sueben, die Alemannen, die Alanen und vor allem auch die Vandalen hier jetzt durch Gallien und verwüsten dort Orte. Und die sind ein bisschen auf der Reise noch. Und die Sueben, die setzen sich dann hier fest, wenn später zu Portugal nicht war. Aber die Vandalen gehen weiter hier nach Süden. Später drängen auch die Westgoten ein bisschen hier nach unten. Und wir sehen Folgendes:

[29:31] In dem Jahr 429 Geiserich, der Rex der Vandalen, verließ die hispanischen Provinzen im Mai und setzte mit all seinen Kriegern und ihren Familien von der Küste der Baetika über nach Mauretanien in Afrika. Warum will er nach Afrika? Afrika ist die Kornkammer. Wer Nordafrika beherrscht, hat das gesamte römische Reich an der Gurgel. Deswegen war das eine der beliebtesten Provinzen. Wenn man ein Stadthalter werden wollte, wollte man immer nach Nordafrika, weil dort wurde man am reichsten und dort hatte man die ganzen Schätze des Imperiums sozusagen. Und hier habt ihr ein Bild von Geiserich. So gefährlich sieht er gar nicht aus, aber das ist ja nur die Münze.

[30:05] Und da heißt es jetzt hier: „Aber durch Gottes unergründlichen Willen geschah es, dass eine riesige Schar zu Schiff in Afrika einfiel, ausgerüstet mit verschiedensten Waffen und im Krieg wohlgeübt, die aus den furchtbaren Feinden, den Vandalen und Alanen bestanden, vermischt mit Goten und Männern aus verschiedenen anderen Gentes.“ Also die Idee ist, das sind nie so ganz reine Gruppen im Sinne von, das sind nur Vandalen und niemand anders. Man kann also nicht sagen, das ist hier nur die Vandalen und nur die Goten. Das ist mal mehr so die Führung der Goten, aber dann habt es immer noch andere Leute dazwischen. Genauso wenig, wie es ja auch man auch sagen kann, in Frankreich leben nur Franzosen oder in Norwegen leben nur Norweger. Da hat es immer auch Leute aus anderen Gebieten. Es gibt einen interessanten Historiker, der geht mal in das Heerlager der Hunnen und ist völlig baff, dass da ein Grieche zu ihm kommt und ihn auf Griechisch anspricht. Und er hat einfach entschieden, er möchte da bei den Hunnen leben. Also deswegen muss man da ein bisschen aufpassen.

[30:52] Aber dann heißt es hier: „Sie wüteten. Sie wüteten mit jeglicher Art von Grausamkeit und Brutalität, verheerten alles, was sie erreichten durch Plünderung, Totschlag, Folter, Brandstiftung und zahllose unsagbare Leiden. Die Krieger verschonten kein Alter, kein Geschlecht, ja nicht einmal die Priester und die Diener Gottes oder den Schmuck und die Geräte der Kirche oder ihre Gebäude.“ Und dann sind die hier in Afrika und erobern im Jahre 439 Karthago und gründen das sogenannte Regnum Vandalorum, das Königreich der Vandalen. Sie sind die Ersten und auch die Einzigen, die ihrerseits jeglichen Verträge mit Rom brechen und sagen: Wir wollen mit euch nichts mehr zu tun haben, wir sind unabhängig und wir führen jetzt Wirtschaftskrieg gegen euch. Denn Rom ist abhängig von dem ganzen Getreide, das hier aus Nordafrika kommt, was natürlich auch mit Schiffen dann rübergebracht wird.

[31:48] Und Historiker sagen heute, neben 410 ist das eine der ersten richtig großen Zäsuren in der Geschichte des römischen Pfalz. Das heißt, unsere Pioniere haben nicht einfach wahllos irgendwas aus Gibbon rausgegriffen. Ich denke, geführt vom Heiligen Geist haben sie genau die Ereignisse gefunden, von denen heute Historiker sagen, das sind die wesentlichen Meilensteine, wenn man jetzt den Fall Roms in einzelne Hauptereignisse aufteilen würde, das wäre das zweite große Hauptereignis. Und jetzt, wenn ich sage, die Vandalen haben da geherrscht, muss man bedenken, es sind ungefähr 80.000 Vandalen, davon 20.000 Krieger, aber hier leben 10 Millionen Menschen. Da haben ja vorher auch Römer gelebt, die leben immer noch da. Es ist nur eine Oberschicht von vandalischen Kriegern, die plötzlich alles regiert und oft führt das auch zu einer Vermischung dann.

[32:33] Wir haben ja den Vorteil als Adventisten, dass wir sowohl glauben, dass Rom gefallen ist, als auch, dass es eine Transformation gegeben hat. Wir glauben Daniel 8, das kleine Horn, es transformiert sich. Die Historiker heute schlagen sich die Köpfe ein: Ist Rom jetzt gefallen, fängt was Neues an oder ist es nur eine Transformation? Aber als Adventisten sehen wir beide Elemente und können beides mit der Prophetie zeigen, denn beides findet statt. Es ist zwar ein Fall, aber es ist gleichzeitig auch eine Transformation in mancher Hinsicht.

[33:00] Und jetzt denken sich die Römer: Das können wir nicht so lassen, wir müssen Krieg führen, oder? Kaiser Theodosius II. begann einen Krieg gegen die Vandalen und entsandte eine große Flotte unter den Feldherren Germanus, Ansila und Areobindus. Doch diese vertrödelten den Feldzug und erwiesen sich letztlich eher als eine Last für Sizilien, denn als eine Hilfe für Afrika. Die Vandalen werden nicht angegriffen. Und als es dann das nächste Mal soweit ist, fällt dann schon der Attila ein, zu dem kommen wir gleich noch. Und dann mit der Zeit werden die Vandalen immer mutiger und sagen irgendwann: Hey, wir haben jetzt so viel Macht, wir werden jetzt Rom selbst angreifen und fahren dann mit Schiffen hier nach Rom. Das ist dann fast 45 Jahre nach der ersten Belagerung Roms, wird Rom zum zweiten Mal erobert. Jetzt ist schon nichts mehr Besonderes.

[33:49] Aber jetzt heißt es hier: „Da rief sie den Vandalen Geiserich, den Herrn von Afrika, gegen Maximus, den Kaiser, in Rom herbei. Tatsächlich erschien Geiserich plötzlich mit einer großen Armee vor Rom und zog in die Stadt ein. Er tötete Maximus, er schlug jedermann, raubte alles aus dem Kaiserpalast und so weiter und so fort.“ Also das ist die zweite Eroberung Roms innerhalb von 50 Jahren und jetzt ist schon klar, hier bricht was zusammen. Und das sind die Vandalen. Hier habt ihr ein Bild noch, wie das angeblich dann so gewesen ist, weiß natürlich kein Mensch. Und das ist die zweite Posaune, der Fall des vandalischen Königreichs. Übrigens, dann gab es nochmal 461 einen Versuch, da hat man 300 Schiffe, römische Schiffe, gegen die Vandalen gesandt und sind alle vernichtet worden, alle versenkt worden und das scheint so zu sein, dass hier sogar fast buchstäblich im Text von der Zerstörung der Schiffe in der zweiten Posaune die Rede ist.

[34:47] Also haben wir die erste Posaune, der Fall Roms, zweite Posaune, also die Einnahme Roms 410, zweite Posaune, die Vandalen. Jetzt kommt die dritte Posaune.

[35:00] „Und der dritte Engel stieß in die Posaune, da fiel ein großer Stern vom Himmel, brennend wie eine Fackel, und er fiel auf den dritten Teil der Flüsse und auf die Wasserquellen, und der Name des Sternes heißt Wermut, und der dritte Teil der Gewässer wurde zu Wermut, und viele Menschen starben von den Gewässern, weil sie bitter geworden waren.“

[35:21] Jetzt, was bedeutet das? Erstmal, was sind Engel? Ja, Sterne, Entschuldigung, ja, natürlich. Sterne sind Engel, oder? Aber Engel in der Bibel ist relativ breit, weil Engel ist, kann zum Beispiel sagen wir mal, Diener. Und wir haben auch in der Bibel die Idee, dass Könige oder militärische Führer auch Diener Gottes sein können. Ihr wisst zum Beispiel, der Nebukadnezar ist ein Knecht Gottes oder der Kyros ist ein Knecht Gottes oder Römer 13 sagt, dass die militärischen, die politischen Mächte auch Diener Gottes sind. Das heißt, es ist also nicht abwegig, wenn auch ein militärischer Führer mal als ein Stern dargestellt ist. Das lässt sich aus der Bibel begründen.

[35:57] Und interessant ist diese Wermut. Schaut man 5. Mose 29: „Darum hütet euch, dass nicht etwa ein Mann oder eine Frau, eine Sippe oder ein Stamm unter euch sei, dessen Herz sich heute von dem Herrn, unserem Gott, abwendet und der hingeht, den Göttern jener Nation zu dienen, dass nicht etwa eine Wurzel unter euch sei, die Gift und Wermut trägt.“ Also Wermut, diese Ideen von Bitterkeit, die irgendwie andere noch beeinflusst. Das sieht man deutlich in Hebräer: „Achtet darauf, dass nicht jemand die Gnade Gottes versäumt, dass nicht etwa eine bittere Wurzel aufwächst und Unheil anrichtet und viele durch diese befleckt werden.“ Also diese Idee von der bitteren Wurzel, dieser Wermut, das ist, dass wenn einer so bitter ist, das kennt man ja auch aus dem eigenen Leben, aus der Gemeinde, wenn einer bitter ist, dann besteht die Gefahr, dass der andere auch bitter macht, oder?

[36:40] Und in dieser dritten Posaune geht es jetzt um diejenigen, die quasi die Wurzel, der Ursprung dieser Bitterkeit gegen Rom sind, die jetzt viele andere auch anstecken mit diesem Kampf gegen Rom. Die müssten jetzt also der Gegenstand dieser dritten Posaune sein. Und hier haben wir noch mal einen anderen Text, Jeremia 9, 12 bis 15: „Darum so spricht der Herr der Herrscher, der Gott Israels: Siehe, ich will dieses Volk mit Wermut speisen und sie mit Giftwasser tränken, das Wermut geht ja auf die Quellen, ich glaube, das ist Quellwasser, und ich will sie unter die Heidenvölker zerstreuen, die weder sie noch ihre Väter gekannt haben, und ich will das Schwert hinter ihnen herschicken, bis ich sie aufgerieben habe.“

[37:27] Wenn also in der dritten Posaune ein Stern Wermut bringt auf die Gewässer, auf die Flüsse, die überall hin fließen, dann ist die Idee, dass hier ein militärischer Führer durch seine eigene Bitterkeit gegen Rom viele andere Völker auch bitter macht, dazu führt, dass noch viele andere auch gegen Rom ziehen und er quasi die Wurzel dieser ganzen Bewegung ist. Und wenn man die Frage stellt, wer waren die ersten, die das Ganze angestiftet haben, wer waren die, die die Wurzel waren, die viele andere noch ins Reich getrieben haben und mitgezogen haben, dann haben wir natürlich die Hunnen.

[37:54] Lass mich ein Wort zu den Hunnen sagen. Wahrscheinlich schon das von mir gehört, man geht davon aus, dass die Hunnen Jahrhunderte zuvor in Zentralasien als die sogenannten Xiongnu bekannt waren, die die Chinesen vertrieben haben im ersten, zweiten Jahrhundert. Das chinesische Wort für Hunnen ist bis heute noch Xiongnu. Manche Historiker sagen natürlich: Ja, wer weiß, es kann ein ganz anderes Volk gewesen sein, aber es spricht viel dafür, dass es dasselbe Volk ist. Die Beschreibung, die wir haben, also die sahen natürlich jetzt nicht so aus, aber die deuten darauf hin, dass es wohl nicht europäisch aussehende Stämme gewesen sind, sondern mehr so fernöstlich, so mongolischen Einschlag oder so. Und das war natürlich etwas, was auch sogar noch die Germanen irgendwie erschreckt hat.

[38:44] Ihr kennt wahrscheinlich die Geschichten. Die Hunnen lebten in der Steppe, da ist es kalt und hart, das Leben ist hart in der Steppe, da muss man die Kinder gleich so auf das Leben vorbereiten. Wenn die Säuglinge geboren worden sind, hat man ihnen die Wangen aufgeritzt. Da muss man gleich merken, wie hart das Leben ist. Und es war hunnische Mode, die Köpfe zu verformen. Man hat also den jungen Kopf genommen, wenn er noch so, die Fontanelle noch verformbar ist und hat dann den Kopf so nach hinten geschoben. Ich zeige gleich noch ein Bild davon. Und, ach ja, das muss ich noch erzählen. Ihr kennt ja wahrscheinlich auch, sie liebten, sie hatten eine Religion, in der Wasser heilig ist und das bedeutete, man darf kein Wasser an den Körper lassen und das hat halt dazu geführt, dass man die Hunnen relativ schnell erkannt hat. Das ist, wenn man sie noch nicht gesehen hat, waren sie unverkennbar.

[39:30] Und naja, hier seht ihr also tatsächlich, das habe ich gerade vor kurzem im Museum fotografiert, da seht ihr so einen typischen Hunnenkopf. Nicht jeder Schädel, den man so findet, kommt von einem Hunnen, weil manche Goten fanden das dann so toll, dass sie da auch angefangen haben. Das war so eine Mode, ja. Also man sollte nicht jede Modetorheit mitmachen. Also wenn mal wieder die Mode ist, den Kopf zu verformen, lasst es. Aber vor allem sind es hunnische Köpfe, die halt wirklich so verformt worden sind. Es muss sehr seltsam ausgesehen haben.

[40:03] Und ja, aber so sind die rumgerannt. Und naja, jedenfalls war ihr Anführer natürlich der Attila. Jetzt schaut mal, das ist sehr interessant, sehr lustiges Zitat: „Attila war ein Mann geschaffen, um die Welt zu erschüttern, der Schrecken aller Länder, der, ich weiß gar nicht, warum, alles in Furcht versetzte durch den furchtbaren Ruf, der voranging. Stolz schritt ein Heer, wachsam ließ er seinen Blick umherstreifen, und schon seine Körperhaltung verriet seinen Machtwillen. Er liebte den Krieg, doch war er kein Haudegen, sondern seine Stärke lag im klugen Plan. Er war stets Bitten zugänglich und gnädig und milde gegen die, die sich ihm unterwarfen und die Treue hielten. Er war recht klein, hatte eine breite Brust, einen ungewöhnlich großen Kopf, kleine Augen, einen eher dünnen, schon mit Grau vermischten Vollbart, eine platte Nase und eine hässliche Hautfarbe. Kurzum, er war ein waschechter Hunne.“ So schreiben sie.

[40:59] Und naja, jedenfalls, das war sein Königreich. Das ist keine Kleinigkeit, das ist irgendwie wahrscheinlich mehr Land als Napoleon unter sich hat oder so. Und ihr seht hier, das sind eigentlich die Grenzen des Römischen Reiches. Das ist Rhein und dann auch hier Donau und so. Und hier waren vorher die Goten und die Alamannen und die Vandalen. Und jetzt kommt er von hier und erobert das alles bis an die Grenze. Der ist selbst noch nicht im Römischen Reich, aber hat alles andere hier ins Römische Reich gedrängt. Ist also quasi die Wurzel dieser ganzen Bewegung mit seiner eigenen Bitterkeit, mit seinem eigenen Kampf. Und das ist fast ein Weltreich, ziemlich großes Reich.

[41:43] Und dann heißt es hier für das Jahr 451, das ist also dann ungefähr zwölf Jahre, nachdem die Vandalen ihren Wirtschaftskrieg beginnen gegen Rom, nachdem er seinen Bruder getötet hatte, das waren ursprünglich zwei, Attila und Bleda, und der Attila mochte den Bleda nicht, hat ihn umgebracht. Man muss aber dazu sagen, vielleicht noch ganz kurz: Wenn man das jetzt erzählt, hat man immer die Idee von irgendwelchen vielleicht so unfassbar grausamen Menschen und sie waren auch zum Teil unfassbar grausam, aber sie waren manchmal moralisch etwas höher stehend als die Römer. Zum Beispiel berichtet ein Römer, wie er dann mal bei so einer Diplomatenmission bei Attila im Zelt saß und der Attila hat dann den Römern das beste Geschirr gegeben und die besten Speisen und Attila selbst hat immer nur mit einem Holzbecher gegessen, Schale, genau, so Holzteller, so ganz einfach und ohne jeglichen Luxus und so. Waren so richtig raue Krieger der Steppe.

[42:34] Naja, das heißt, nachdem er seinen Bruder getötet hatte, jetzt war er der alleinige Führer der Hunnen, hatte Attila die Mittel des Verstorbenen eingesetzt, jetzt kann man sich denken, warum er ihn umgebracht hat, und stürzte schließlich, Achtung, viele Tausende aus den umgebenden Völkern in einen Krieg. Könnt ihr das sehen? Er ist nicht alleine, sondern er zieht viele andere mit, er macht viele andere noch bitter und jetzt passiert etwas, wo die meisten nicht mit gerechnet haben im Römischen Reich. Das war ja schon viel, dass die Goten kamen, dass die Vandalen jetzt rumgelaufen sind. Jetzt kommen die Hunnen selbst und beginnen eine Invasion ins Imperium und die hat's in sich.

[43:14] Hier sieht man ihre Züge, kommen von hier, geht nach Worms, Straßburg, Mainz, Köln, Trier, Metz, überall und überall, wo es hier so brennt, da ist es erobert worden, ansonsten belagert worden. Und jetzt sind die Römer richtig in der Brutalie, weil im Süden haben sie die Hand an der Gurgel, weil ihnen wirtschaftlich wirklich das Wasser bis zum Hals steht und im Norden kommt jetzt der Attila, nicht nur mit ein paar Hunnen, sondern nicht nur mit den Hunnen, sondern mit ganzen anderen Völkern, die er mitbringt, um angeblich gegen die Goten im Westen zu kämpfen. Die Westgoten sind ja auch noch da, die sind immer so ein Unsicherheitsfaktor. Das Römische Reich beginnt jetzt wirklich sich zu desintegrieren.

[43:59] Und jetzt nehmen die Römer alles zusammen, was sie haben. Und wenn man sich römische Armee vorstellt, denkt man immer so, ich kenne die Bilder von diesen Soldaten zur Zeit von Cäsar, diese Legionäre mit Rotem und so. So sieht ein spätrömischer Soldat aus, hat sich schon völlig gewandelt, wir sind in der Spätantike, ist nicht mehr so wie in klassischen Zeiten. Übrigens, viele, viele römische Soldaten, die spielen mit diesem barbarischen Leben. Das Problem ist, wir wissen heute, dass oft, wenn in den Quellen von Barbaren die Rede ist, sind es manchmal gar nicht Germanen, sondern Römer. Das Problem war, seit Diokletian, also kurz vor Konstantin, hat es eine große Reform gegeben. Bis dahin war der Staat Rom eigentlich nur an Soldaten interessiert. Als der Staat immer größer wurde, schwieriger zu administrieren, hat man gesagt: Wir brauchen mehr Administratoren, wir brauchen mehr Bürokraten. Wie kriegen wir das hin? Wir machen einfach, dass Bürokraten jetzt auch Soldaten sind. Dann sind die angesehen, dann haben die viel Geld, aber sie machen nichts weiter als Schreibtischarbeit. Jetzt waren also alle Bürokraten, alle, die irgendwie Stadthalter waren und so weiter, in Provinzen was gemacht haben, Steuern eingetrieben haben, waren alles Soldaten offiziell. Sahen aber aus wie ganz normale Zivilbürger. Wie haben das die anderen Soldaten gefunden? Wenn jetzt alle Soldaten sind, was sind wir? Wir müssen uns irgendwie neu identifizieren. Da haben die angefangen, sich so mehr so männlich zu kleiden, wie die Goten außerhalb, wie die Vandalen, so mit Fell und so barbarisch. Und wenn dann Leute schreiben, dass die Barbaren durch die Dörfer ziehen, weiß man gar nicht so genau, waren es einfach nur römische Soldaten, die losgelaufen sind oder waren das wirklich Germanen?

[45:33] Also man kann diesen Fall Roms nicht allein auf die Germanen schieben oder die Hunnen. Das ist im großen Teil auch ein Zusammenbruch der römischen Zivilisation, die einfach völlig unmoralisch auseinanderbricht. Aber wie auch immer, jetzt kommt es hier zum Krieg. Hier seht ihr noch so einen spätrömischen Spangenhelm.

[45:47] Und jetzt schaut mal diese Beschreibung hier: „Eine der größten Schlachten der Weltgeschichte. So trafen die Heere auf den katalanischen Feldern aufeinander. Man weiß bis heute nicht ganz genau, wo die sind, irgendwo so im Nordostfrankreich, wenn man so von Stuttgart nach Paris fährt, dann kommt man ungefähr dran vorbei. Da steht dann so ein Schild hier, irgendwo war es, aber keiner weiß genau wo. Flache Ebene.“ Da heißt es: „Diese aber war eine Ebene, die sich auf einer Anhöhe erhob, derer sich beide Armeen zu bemächtigen suchten.“ Jetzt beschreibt er das: „Auf dem rechten Flügel stand Theoderich mit den Westgoten, auf dem linken Aetius mit den römischen Truppen. Ins Zentrum hatte man Alanen gestellt, der an der Spitze der alanischen Foederati stand. Ihnen gegenüber war das Heer der Gegner so aufgestellt, dass in der Mitte Attila mit seinen tapfersten Kriegern stand. Durch diese Anordnung hatte er für sich persönlich Vorsorge getroffen, damit er, umgeben von den Kerntruppen seines Heeres, vor drohender Gefahr geschützt wäre. Die beiden Flügel aber bestanden aus vielerlei Gentes und Nationes, also verschiedene Nationen, mancherlei Art, die seine Botmäßigkeit unterstanden. Unter diesen ragten besonders die Ostgoten hervor, die von den Brüdern Valamir, Theodimir und Vidimir geführt wurden.“

[46:55] Wer braucht doch noch Hollywood, wenn du die Posaunen studieren kannst. Da stehen die Ostgoten mit Valamir, Theodimir und Vidimir. Was ihr seht hier, hier kämpfen nicht einfach die Hunnen gegen Römer, hier kämpft ein Heer, geführt von Attila, mit Ostgoten, mit Hunnen, mit allen möglichen Völkern gegen ein anderes Heer, in dem zwar die Römer noch die Oberherrschaft haben, da sind auch schon Westgoten und Alanen dabei. Es ist ein großes Durcheinander und das zeigt eigentlich diese Idee, dass durch den Attila jetzt ganz viele Völker involviert sind und alle diese Bitterkeit hier haben.

[47:28] Hier seht ihr ein Bild von der Schlacht, ist natürlich kein Pressefoto, sondern später im Mittelalter entstanden. Man weiß nicht mal, wer gewonnen hat. Wahrscheinlich ist, weil keiner behauptet, dass er gewonnen hat, weil keiner zugegeben hat, dass er verloren hat, dass es unentschieden ausging. Was man weiß: Es war ein Blutzoll, es war unfassbar, das Schlachtfeld muss übersät sein mit Leichen. So viele Tote, dass wahrscheinlich aus Erschöpfung die Heere sich wieder voneinander gelassen haben. Die Hunnen samt ihren ganzen Foederati haben sich dann zurückgezogen erstmal und man dachte, es ist vorbei. Aber im nächsten Jahr tauchen sie plötzlich in Norditalien auf.

[48:03] Und man fragt sich: Wie ist das möglich, wenn die Römer sie doch in Nordfrankreich aufhalten konnten, wie können die plötzlich in Italien sein? Und die Antwort ist wahrscheinlich die, dass die Römer auf den katalanischen Feldern so viele Soldaten verloren haben, dass sie nicht einmal mehr die ganzen Pässe besetzen konnten und einfach offenes Tor waren für die Hunnen, jetzt in Norditalien einzufallen. Und dann kommen die hier im Jahr 452 und gehen da in die ganze Po-Ebene nach Padua, Mailand und Richtung Ravenna und dann sogar langsam Richtung Rom.

[48:33] Und dann im Jahr 452, so sagt es die Kirchengeschichte, gab es keinen Helden mehr, der sie aufhalten konnte, bis Papst Leo sich Mut fasste und dem Attila entgegentrat und ihm sagte: Bis hier noch nicht weiter. Und Attila sofort gesagt hat: Ja, natürlich. Und dann abgezogen ist. Wahrscheinlicher ist es, dass doch das hunnische Heer auch durch Seuchen geschwächt worden ist und sich dann zurückziehen mussten. Attila stirbt schon im nächsten Jahr 453 nach einer Nacht mit seiner Konkubine an einem Blutsturz in der Nase. Also das ist ein historischer Fakt. Und dann ziehen sich die Hunnen zurück und jetzt wird ganz interessant: Keiner weiß, wo sind sie geblieben. Es gibt ja Leute, die behaupten, dass sie dann zu den Ungarn geworden sind, nicht wahr? Aber ob das stimmt, weiß ich wirklich nicht. Glaube ich nicht, aber jedenfalls Ungarn-Hungary wird ja deswegen genannt, weil da mal die Hunnen gewesen sind, so zumindest geografisch. Andere gibt es ganz verrückte Theorien, ist auch vollkommen egal. Jedenfalls sie verschwinden wieder, aber haben jetzt diese ganzen Völker ins Reich gebracht und Rom ist jetzt wirklich dabei zu desintegrieren.

[49:46] Also haben wir jetzt hier die dritte Posaune, die Hunnen. Fehlt uns noch die vierte, dann sind wir schon auch gleich durch.

[49:53] „Und der vierte Engel blies seine Posaune, und es wurde geschlagen der dritte Teil der Sonne und der dritte Teil des Mondes und der dritte Teil der Sterne, sodass der dritte Teil verfinstert wurde und den dritten Teil des Tages das Licht nicht schien und in der Sonne desgleichen.“ Also hier geht es um Sonne, Mond und Sterne. Nun, auch das gab es ja in den Plagen von Ägypten und zwar in der neunten Plage gab es eine Finsternis. Und das Besondere an der Finsternis war, dass bei dieser Plage den Israeliten ein Kompromissangebot gemacht worden ist. Als diese Plage kam, hat der Pharao gesagt: Ihr dürft hinziehen, ihr dürft sogar eure Frauen mitnehmen und eure Kinder, nur die Schafe und Rinder müsst ihr hier bleiben. Das war schon, man würde fast denken, relativ entgegenkommend, aber Mose sagt natürlich: Wie sollen wir Gott opfern, wenn wir keine Opfertiere haben? Also diese Plage ist gekennzeichnet durch die Idee eines Kompromisses. Das können wir im Hinterkopf so behalten.

[50:46] Und dann ist es natürlich so, dass Sonne, Mond und Sterne in der Bibel für Menschen stehen können. Wir wissen an die Geschichte von Josef, da träumt er von Sonne, Mond und Sterne und Sonne, Mond und Sterne in der Geschichte von Josef stehen für seine Brüder, also für echte Menschen. Aber es gibt noch was über Sonne, Mond und Sterne, was man wissen kann, nämlich Sonne, Mond und Sterne, also vor allem Sonne und Mond, sind zur Beherrschung des Tages und der Nacht geschaffen worden, das heißt, sie sind Herrscher, Könige. Das heißt, als unsere Pioniere sagten, das Verdunkeln von Sonne, Mond und Sterne ist ein Angriff auf die politischen Institutionen des Römischen Reiches, also sowas wie den Senat und den Kaiser und die Konsuln, also was so die politischen Ämter sind, dann war das nicht ins Blaue gegriffen, sondern das war eigentlich eine biblische Idee, Sonne, Mond und Sterne können für Könige oder für herrschende Persönlichkeiten stehen.

[51:36] Also wie ist das alles passiert? Das ist der Stand von 460. Wir sind jetzt 16 Jahre vor dem endgültigen Fall Westroms. Naja, ihr ahnt die Konturen von Europa. Das ist das, was noch Rom jetzt unter seiner Kontrolle hat und hier seht ihr dann, wie es ein bisschen aufgeteilt ist. Hier sind die Westgoten, die allerdings teilweise schon ausgreifen. Hier sind die Sueben, hier sind die Vandalen. Das ist noch richtiges Rom. Hier sind schon die Ostgoten an der Grenze, hier sind die Alamannen schon zum Teil eingefallen, die Burgunder sind eingefallen, hier sind die Franken. Hier sitzen Britannier, die vor den Angeln Sachsen geflohen sind, die hier eingefallen sind. Also das Ganze ist schon ziemlich zersplittert, aber noch hat Rom einige Kerngebiete, vor allem hier so Nordgallien und auch ganz Italien unter seiner Kontrolle.

[52:36] Und was jetzt passiert ist, im Laufe dieser Jahre passiert ist sehr interessant. Es gab ja Jahrzehnte, wenn nicht Jahrhunderte lang, immer Streit darüber, wer wird der neue Kaiser und Kaiser sind nur gestorben. Kein Kaiser ist abgesetzt worden und hat abgedankt. Als Kaiser ist man nur der Tod konnte das Kaisertum beenden, deswegen sind Leute oft umgebracht worden und es gab lange Zeit einen großen Bürgerkrieg, wer wird der nächste Kaiser oder jemand wollte Kaiser sein, hat sich bekämpft. Aber in diesem Jahrhundert verlieren die Leute ein Interesse am Kaisertum. Die wollen nicht mehr Kaiser sein, weil die gemerkt haben, seit das Kaisertum christlich geworden ist, seit jetzt alle Christen sind, dürfen die Kaiser nicht mehr Krieg führen. Die Kaiser sitzen immer in ihrem Palast und empfangen die Leute, sind repräsentative Monarchen, die von Gottes Gnaden herrschen. Der Kaiser führt keinen Krieg mehr, dazu hat er Heermeister. Das ist natürlich erstmal ganz toll, weil er macht sich die Hände nicht mehr schmutzig, aber dadurch kann er auch nichts mehr bewegen.

[53:37] Die Leute, die richtig machthungrig sind, die merken: Wenn ich Kaiser bin, kann ich nichts mehr machen. Ich kann niemanden mehr umbringen, ich kann niemanden mehr ermorden, das macht ein christlicher Kaiser nicht. Als Heermeister kann ich das noch, wenn ich General bin. Jetzt fängt es also an, dass die Leute nicht mehr Kaiser werden wollen, sondern Heermeister und das Kaisertum entwickelt sich immer mehr zu einer Marionette. Es gibt ja noch Kaiser, aber die herrschen eigentlich nicht mehr. Da gibt es ein tolles Beispiel dafür, ihr seht hier eine Münze von Kaiser Libius Severus, könnt ihr gleich wieder vergessen. Was interessant ist, das ist ein Bild, aber auf der Rückseite sind nicht seine Initialen, sondern die Initialen des Heermeisters, des Generals. Der so deutlich macht: Das ist unser Kaiser, aber ich habe das Sagen.

[54:22] Was man so sieht hier, die traditionellen politischen Institutionen, die es gab, so Kaiser, Senat, Konsul, verlieren jetzt immer mehr an Bedeutung, genauso wie es hier angedeutet wird in der vierten Posaune und wie es unsere Pioniere eigentlich auch gesehen haben.

[54:38] Und weil das so ist, also vor allem die Westkaiser, dämmert es den Römern irgendwann, so lange sind wir jetzt in West- und Ostrom zersplittert, wir müssen jetzt irgendwie was tun. Wenn wir jetzt nicht die Reichsleine ziehen, wenn wir uns jetzt nicht mal alle zusammentun, Ostrom und Westrom gegen diese ganzen Germanen, dann haben wir keine Chance. Und es passiert etwas, was es bis dahin kaum gegeben hat. Alle zusammen, die Weströmer und die Oströmer, versammeln sich und sagen: Wir müssen den Hauptfeind Nummer eins besiegen, das ist Geiserich mit den Vandalen, weil der hat uns hier, wir sind am Limit.

[55:21] So heißt es hier: „Kaiser Leo wünschte, die Vandalen für ihre Verbrechen zu bestrafen und versammelte eine gewaltige Armee, das ist der Ostkaiser in Konstantinopel. Es heißt, er habe insgesamt 100.000 Männer mobilisiert. Er brachte zudem eine riesige Kriegsflotte aus dem ganzen Römischen Osten zusammen und besoldete die Soldaten sehr großzügig, da er nicht wollte, dass Geiz seinem Wunsch, die Barbaren zu unterwerfen, im Wege stünde. Man berichtet, er habe daher insgesamt 130.000 Pfund Gold ausgegeben. Kurz zuvor hatte Leo den Anthemius, einen reichen Senator von Aden und so weiter, als Kaiser eingesetzt. Der Admiral Basilius ankerte mit der gesamten kaiserlichen Flotte an einem Ort, 180 Stadien entfernt von Karthago.“ Jetzt kommen die mit über

[56:01] 1.000 Schiffen, wahrscheinlich der größten Flottenunternehmen in der Geschichte und wollen diesen Geiserich jetzt k.o. machen. Hätte er nicht aus Feigheit gezögert, sondern wäre direkt nach Katago gesegelt, so hätte er zweifellos kampflos eingenommen und die Vandalen ohne Widerstand unterworfen.

[56:20] Doch Geiserich nutzte Basilius' Zögern aus und tat das Folgende: Er bewaffnete seine Krieger so gut wie möglich und bemannte seine Flotte, während er einige Schiffe, die schnellsten, auftakelte, aber unbemannt ließ. Als ein Wind aufkam, auf den die Vandalen gewartet hatten, ließen sie Segel setzen und fuhren dem Feind entgegen, wobei man die leeren Schiffe mitschleppen ließ. Also sie sind jetzt mit leeren Schiffen gefahren zum Teil. Warum? Als sie nah genug herankamen, setzten sie diese leeren Schiffe in Brand und sandten sie mit prallem Segel gegen die Römer. Was für eine interessante Taktik. Da die kaiserliche Flotte so riesig war, trafen die Brandschiffe leicht ihr Ziel. Das Feuer verbreitete sich rasch unter allen Schiffen, die ihnen nahe kamen und so weiter und so fort. In diesem Moment griffen die Vandalen an, rammten, versenkten, plünderten die Schiffe und töteten die flüchtenden Soldaten. Ein Desaster für Rom.

[57:12] Also, was jetzt passiert, ist sehr interessant, sehr wichtig. Nachdem sie sich jahrzehntelang gestritten haben und die Barbaren das ausnutzen konnten, sagen sie jetzt: Okay, wir sind fast zu weit gegangen. Jetzt müssen wir alle unsere Kraft zusammennehmen. Ostrum, Westrum, alles zusammen, sonst bleiben die Vandalen ja immer da. Und sie greifen mit 1.000 Schiffen an und verlieren. Und jetzt dämmert es im Reich. Die Römer haben die Kontrolle verloren. Das ist einer der nächsten Punkte, wo die Geschichtswissenschaft heute sagt, in diesem Moment, jetzt in diesem Zeitraum der vierten Posaune, geht es allen auf. Die Römer werden das nicht mehr zurückerobern. Mit all ihren Ressourcen kommen die nicht mehr gegen Geiserich an.

[57:50] Und jetzt fangen die Westgoten an und sagen: Okay, dann werden wir uns auch um Rom nicht mehr kümmern. Jetzt bricht quasi das Ansehen des Römischen Reiches völlig in sich zusammen. Und die Goten, ihr erinnert euch, die waren am Anfang nur hier, nicht wahr? Könnt ihr das sehen? Jetzt sind die hier. Die breiten sich jetzt aus. Die kümmern sich um Rom gar nicht mehr. Die sagen, wir gründen jetzt unser eigenes Königreich. Und das Ansehen des römischen Hofes verschwindet immer mehr. Und dann gibt es natürlich wieder Bürgerkrieg.

[58:22] Und diesen Bürgerkrieg macht sich schon ein Mann bereit, den wir gleich noch sehen werden, den Odoaker und so weiter und so fort. Und dann kommt das Jahr 475 und die Heermeister, die regierenden in Rom, nicht wahr, die haben nur noch so Marionettenkaiser. Und ein Heermeister, der heißt Orestes, und der heißt, er griff seinerseits nach der Vorherrschaft und Macht und machte seinen Sohn Romulus Augustulus in Ravenna zum Kaiser, wobei er selbst in Wahrheit alle Fäden in den Händen hielt. Das ist sein Bild. Der sieht schon gar nicht mehr so mächtig aus, nicht wahr, der Augustulus. Augustulus heißt ein kleines Kaiserlein, weil der Vater schon wusste, ich bin der Boss, nicht wahr. Ich bin hier der Heermeister. Ich führe die Kriege und wir brauchen irgendwie noch einen Kaiser, nicht wahr. So ein kleines Kaiserlein, das ist mein Sohn Augustulus. Das zeigt, wie weit das gesunken war von den Zeiten von Augustus und Tiberius, nicht wahr, den großen Kaisern der klassischen Antike. Das war nur noch eine Marionette, das war nur noch eine Farce.

[59:13] Und so wird das auch verstanden, denn im nächsten Jahr, im Jahr 476, passiert Folgendes: Ein anderer Heermeister übernimmt die Macht, der heißt Odoaker. Und Odoaker entscheidet sich jetzt einfach, seine Macht nicht mehr auf Römer zu bauen, sondern auf die vielen Germanen, die es gibt. Zum Beispiel die Heruler. Und er sagt, eigentlich ganz ehrlich, wir brauchen keinen Kaiser mehr. Wozu brauchen wir einen Kaiser? Und er macht etwas, was es noch nie gab in der Geschichte Roms. Er setzt den Kaiser ab und lässt ihn leben, weil er weiß, wenn er den Kaiser umbringt, könnte wieder jemand sagen, ich will Kaiser werden. Er sagt einfach, du bist nicht mehr Kaiser, aber ich lasse dich bewusst am Leben, damit alle wissen, ich bringe dich nicht um, ich schaffe das Kaisertum ab. Es gibt kein Kaisertum mehr. Kaisertum abgeschafft.

[59:58] Und deswegen sagen wir in unseren Evangelisationen immer, dass 476 Rom fiel. Nicht, weil da plötzlich alles zusammengebrochen ist, das brach schon die ganze Zeit zusammen, aber das war der Moment, wo man gesagt hat, Kaisertum, brauchen wir nicht mehr. Und er lebt jetzt als Privatmann weiter. Und der Odoaker ist jetzt der starke Mann, der nennt sich jetzt Rex Italiae, der König von Italien, nicht mehr vom Römischen Reich, weil es sehr aufgeteilt ist. Westgoten, Vandalen, alle haben so ihren Kuchenstück. Und Odoaker ist jetzt in Italien und herrscht in Rom als König der Heruler. Ein Thüringer in Italien als Kommandeur der Skiren, Heruler und anderer Föderati.

[1:00:30] Und so heißt es hier bei Jordanes: So endete das westliche Kaisertum des römischen Volkes, dass Octavianus Augustus, der erste der Augusti, 709 Jahre nach der Gründung der Stadt errichtet hatte, mit diesem Augustus im 522. Jahr seit dem Beginn seiner Herrschaft der Vorgänger. Also dramatisch, große Geschichte. Nun, jetzt sieht das so aus. Das war das stolze römische Reich. Jetzt haben wir hier die Sueben, die Westgoten, den Odoaker mit seinen Herulern, dann haben wir hier die Ostgoten schon, die Vandalen hier, hier haben wir die Burgunder, die Alemannen, die Franken, hier die freien Friesen, da wollte keiner hin, das ist alles nur hier nordisches Flachland und Mooren. Hier sind die Angelsachsen und hier haben wir noch die Langobarden, die warten noch ein bisschen, kommen später erst.

[1:01:16] Ostrum bleibt bestehen und kurioserweise gibt es immer noch ein Gebiet, wo Römer herrschen, das ist hier Nordfrankreich. Da gibt es einen römischen General, der schafft es noch, so Römer zu, das ist so eine Exklave. Rom ist auch schon weg, aber es gibt hier noch ein paar Römer, die hier herrschen, ganz lustig. So sieht das jetzt aus und für ein paar Jahre bleibt das erstmal auch so. Aber der Odoaker, der hat Pläne, der expandiert und der erobert hier auch das ganze Alpengebiet, die heutige Österreich und Bayern und sowas. Die Grenzen verschieben sich immer auch so ein bisschen.

[1:01:49] Und irgendwann sagen die Ost-Römer, weil Ostrum ist immer noch mehr oder weniger intakt. Es gibt noch einen Kaiser hier in Ostrum, in Konstantinopel, und die sagen jetzt: Meine Güte, wenn der immer weiter hier wächst, der Odoaker, das gefällt uns nicht, vielleicht wird er irgendwie zu mächtig und der ist auch nicht so gut zu sprechen hier auf die Christen, die römischen Christen in Rom. Also, und da die römischen Christen guten Kontakt haben nach Konstantinopel, beauftragt Konstantinopel die Ostgoten, den Odoaker fertig zu machen.

[1:02:19] Jetzt kommen wir in den Bereich, wo wir in Daniel 7 sind, die drei Hörner. Die Ostgoten sagen jetzt: Okay, wir werden jetzt die Odoaker-Heruler angreifen. Das tun sie dann auch und das heißt hier, es gibt eine Belagerung von Ravenna durch Theoderich und seine Goten, bedauerte bereits drei Jahre, eine Rabenschlacht. Und während dieser Belagerung von Ravenna sterben fast alle Heruler, werden ausgelöscht. Und die wenigen, die überleben, da kommt ein Vertrag zustande und man sagt, Odoaker sagt: Okay, Theoderich, lass uns gemeinsam herrschen. Und Theoderich, der König der Ostgoten, sagt: Okay, kein Problem, wir herrschen gemeinsam. Und sie schlossen den Vertrag miteinander.

[1:03:00] Und zehn Tage später tötete der Theoderich den Odoaker. Und also viel treuer waren die auch nicht als die Römer. Und da stürzte Theoderich selbst auf ihn und traf ihn. Das muss ich vorlesen, das ist ganz kurios. Da heißt es hier: Als dann aus den Gängen zu beiden Seiten die Männer Theoderichs die Schwerter in die Hände herankamen, stockten sie beim Anblick Odoakers. Die haben sich nicht getraut, ihn umzubringen und zögerten, ihn anzugreifen. Da stürzte Theoderich selbst auf ihn zu und traf ihn mit einem Schwerthieb auf der Höhe des Schlüsselbeines. Dabei der Hieb so gleichtödlich war und bis zur Hälfte in Odoakers Körper hineinging, soll Theoderich gesagt haben: Der Kerl hat nicht einmal Knochen im Leib.

[1:03:38] Und da seht ihr Theoderich ganz germanisch mit Schnurrbart. Das war das große Kennzeichen der Germanen gegenüber den Römern. Römer haben keinen Bart getragen, das galt als barbarisch. Und das ist ein König in Italien, der Bart trägt, da völlig merkwürdig. Und jetzt haben wir die Ostgoten, die Franken, Burgunder, Westgoten und so weiter, also diese ganzen Königreiche, die ihr auch aus Daniel 7 kennt.

[1:04:02] Und jetzt würde man denken, ist ja alles okay, aber es wird interessant, weil der Chlodwig, den kennt ihr vielleicht, das ist der König der Rex, muss man ja sagen, der Rex der Franken, der ist jetzt der erste, der sich im Jahre wahrscheinlich 508, das ist nicht ganz 100%ig klar, taufen lässt, römisch-katholisch und jetzt damit zum ersten Machtfaktor, der dann das spätere Papsttum fördert. Und das Ganze wird jetzt ganz interessant, denn es heißt hier: Als Chlodwig Krieg gegen die Alemannen führte, zwang ihn die Not dazu, was er bereitwillig nicht hatte tun wollen. Es traf sich nämlich, dass beim Zusammenprall der beiden Heere ein großes Gemetzel begann und Chlodwigs Männer in Begriff schienen, von den Feinden überwältigt zu werden. Als er das sah, erhob er, der Rex, die Augen zum Himmel und begann zu schluchzen: Jesus Christus, von dem eine Frau, Chlothild, sagt, du seist der Sohn des lebenden Gottes und in dem es heißt, dass du jenen hilfst, die in Not sind und jenen unfehlbar den Sieg verleihst, die auf dich vertrauen, ich bitte dich untertänigst um Hilfe. Wenn du mir den Sieg schenkst über diese Feinde und mich die Macht erfahren lässt, von denen, die sich dir geweiht haben, sagen, dass du sie besitzt, dann werde ich an dich glauben und mich in deinem Namen taufen lassen.

[1:05:12] Kaum hat er dies gesagt, als sich die Alemannen auch schon zur Flucht wandten. So ein bisschen ähnlich wie bei Konstantin, so ein Bekehrungserlebnis in der Schlacht, mehr oder weniger angeblich oder wie auch immer. Jedenfalls bewirkt das, dass Chlodwig jetzt römisch-katholisch wird und zu einem Machtfaktor wird, der dann das Papsttum fördert. Denn diese ganze Geschichte der Posaunen ist nicht nur der Fall Roms, sondern auch jetzt das, was zum Aufstieg des kleinen Horns führt. Das ist sehr interessant, weil ohne die Posaunen wäre das ein bisschen nebulös, aber mit den Posaunen können wir die genaue Dynamik besser verstehen.

[1:05:43] Und in Afrika sind immer noch die Hunnen, der Verzeihung, die Vandalen und gegen die will man jetzt vorgehen, weil die Vandalen wollen mit dem römischen Bischof nichts zu tun haben, die verfolgen die römischen Christen und deswegen will man die Vandalen loswerden. Und da kommt dann der Kaiser Justinian aus Konstantinopel und sagt, wir führen Krieg gegen die Vandalen.

[1:06:14] Wir sind gleich am Ende. Schaut mal hier, da sich nun die Lage im Innern ebenso wie das Verhältnis zu Persien gerade sehr günstig zum Kaiser Justinian gestalteten, befasst er sich näher mit den Angelegenheiten in Afrika. Doch als er seine obersten Würdenträger wissen ließ, er plane eine Armee gegen Gelimer und die Vandalen auszusenden, da waren die meisten: Oh nein, nein, nein, nicht schon wieder tausend Schiffe verlieren, wir kämpfen nicht mehr gegen die Vandalen, das ist uns zu gefährlich. Und als sie alle abrieten, kommt ein Bischof, ein römisch-katholischer Bischof und sagt: Gott hat mir in einem Traum gezeigt, du musst gegen die Vandalen kämpfen.

[1:06:41] Das ist interessant, weil die Bibel uns sagt in Daniel 7, das ist das kleine Horn, das dafür verantwortlich ist, dass die drei Hörner ausgerissen werden. Das könnte ich hier lesen, das ist die originale Quelle. Doch da erklärte ein Bischof, der aus dem Osten gekommen war, es müsse den Kaiser sprechen und eröffnet ihm bei einer Audienz: Gott selbst habe ihm im Traum befohlen, zum Kaiser zu gehen und ihn zu erinnern, dass er versprochen habe, die Christen Afrikas von den Tyrannen, also den Vandalen, zu befreien.

[1:07:08] Und das genau passiert jetzt. Der Belisar kommt und er ist ein bisschen geschickter als alle Armeen zuvor und er besiegt die Vandalen, löscht sie förmlich aus. Das ist 533, 534. Und weil er schon mal in der Gegend ist, denkt er sich, die Ostgoten sind auch nicht so gut mit Rom zu sprechen und er setzt dann über. Also sie haben noch die Schlacht hier, Belisar gegen Gelimer, also die Römer gegen die Vandalen. Und dann geht er rüber nach Italien und kämpft gleich gegen die Ostgoten. Also Heruler, Vandalen und jetzt Ostgoten.

[1:07:35] Und im Jahre 538 die gotische Armee verlässt Rom und beendet die Belagerung, März, April 538. Warum ist das wichtig? Weil die Ostgoten Rom verlassen, die Belagerung aufgeben, ist das der Startpunkt für die 1260 Jahre, die wir dann aus Daniel 7 wiederkennen und aus allen anderen Prophezeiungen. Seht ihr, wie die Posaunen jetzt quasi auch sich mit anderen Prophezeiungen so verbinden. Also die Ostgoten waren dann noch nicht gleich besiegt, es gab noch lange Krieg und man hat sie dann nach und nach ausgelöscht, aber am Ende wurden sie dann ausgelöscht.

[1:08:13] Und ihr seht, was also passiert in der vierten Posaune, aufgrund dieses ganzen Zusammenbruchs durch das Handeln von Odoaker ist das Kaisertum abgeschafft worden und dann später auch die anderen Institutionen. Es sind neue Königreiche entstanden und Rom verschwand plötzlich von der Bildfläche. Dann sind noch die drei Hörner ausgerissen worden und dann haben wir schon das kleine Horn, das gekommen ist.

[1:08:33] Und was lernen wir also? Was wir sehen können ist, dass unsere Pioniere in den Ereignissen, die sie ausgewählt haben für die vier Posaunen, sehr, sehr, ich glaube vom Heiligen Geist geführt, die richtigen Ereignisse gefunden haben, die heute nach Auswertung aller verfügbaren Quellen nach wie vor als die Schlüsselereignisse gelten im Fall von Rom. Ich glaube, man kann zur biblischen Begründung der Pioniere noch einiges hinzufügen, das etwas runder machen, wie wir es versucht haben zu zeigen, aber genau so ist es passiert.

[1:09:11] Und vielleicht denkt ihr euch ja, mein Gott, das ist ja super interessant und Waller mir und Ferdinand mir und Theodorich, da habe ich Kopfkino, aber was nützt mir das für ein praktisches Leben? Das Römische Reich, das jetzt zum Papsttum übergeht, scheitert daran, unter anderem an der Moral, die sie haben. Es scheitert an den vielen inneren Zwistigkeiten, es scheitert an wirtschaftlichem Krieg, der gegen sie geführt wird, an Flüchtlingen, die ins Land hineinkommen. Und wenn man all diese Dinge beobachtet, dann hat man so eine gewisse Idee, wie ist es möglich, dass dieses Römische Reich, das hundert Jahre zuvor noch in voller Blüte stand, plötzlich sich so völlig wandelt und plötzlich das Papsttum die Herrschaft übernimmt.

[1:10:03] Dann glaube ich, hat man so ein bisschen Ideen, kann man Prinzipien ableiten, die man in der heutigen Zeit auch wiederfinden kann. Das wird sich nicht genau so im Detail wieder erfüllen, das glaube ich nicht, aber ich glaube, das ist dazu da, dass wir etwas daraus lernen, wie in relativ wenigen Jahrzehnten Dinge, die für Jahrhunderte galten, plötzlich zusammenbrechen. Und Dinge, die wir für Jahrhunderte, vielleicht die Freiheit und Religionsfreiheit und Redefreiheit und was nicht alles, so Dinge, die wir für selbstverständlich halten, plötzlich innerhalb von kürzester Zeit zusammenklappen können, weil eine Zivilisation sich völlig dreht aufgrund solcher Ereignisse. Und das ist eine wichtige Lektion.

[1:10:38] Nebenbei gesagt, das ist jetzt aber nur noch so am Ende. Es gibt einen Howard-Professor für mittelalterliche Geschichte, der hat gesagt, dass das Jahrzehnt zwischen 536 und 546, also das, wo jetzt das Papsttum kommt, das wahrscheinlich schlimmste Jahrzehnt in der Geschichte der Menschheit war. Nicht nur ist die gesamte Zivilisation zusammengebrochen, ganz Europa wurde beherrscht von Leuten, die nicht lesen und schreiben konnten und nur quasi Bier getrunken haben und in Pelzmänteln irgendwie Krieg geführt haben. Die ganze Infrastruktur ist zusammengebrochen. Dann gab es eine Klimakatastrophe wie nie zuvor. Diese zehn Jahre gelten als die zehn kältesten Jahre in 2300 Jahren Aufzeichnungsgeschichte. Es gab dort in einem Zeitraum 18 Monate lang nur Nebel. Stellt euch vor, ihr lebt hier in Deutschland und es gibt 18 Monate lang ohne Unterbrechung nur Nebel. Man rechnet damit, dass es Vulkanausbrüche in Island und in Nordamerika gegeben hat. Das Klima ging so weit runter, dass im Sommer Schnee fiel. Also könnt ihr euch das vorstellen? Das ist so ein bisschen so, ich weiß gar nicht, wie ich das beschreiben soll.

[1:11:46] Und dann kam nach 541 die Justinianische Pest, das war so eine gewaltige Pest-Epidemie, wo ganze Bevölkerungen ausgelöscht worden sind. Just das Jahr, wo wir als Adventgemeinde sagen, das ist sozusagen der Startpunkt der 1360 Jahre. Diese Zeitperiode gilt heute nach modernsten Forschungen als die wahrscheinlich dramatischste überhaupt. Also viele sagen, auch die Artussage, die kommen aus dieser Zeit, wo alles auseinanderbricht, wo Leute so nach einzelnen Helden suchen. Das ist also sehr interessant. Moderne Geschichte zeigt eigentlich, wenn man sie wirklich gründlich studiert, dass unsere Pioniere wirklich recht gehabt haben und dass das wirklich eine der ganz großen Turning Points gewesen ist in der Weltgeschichte.

[1:12:27] Nun, zum Abschluss vielleicht noch was Positives. Ich glaube, es gibt noch einen Grund, warum Gott das gemacht hat. Trotz all diesem ganzen Krieg und so weiter, glaube ich, war es ein Segen. Und ich erkläre euch warum. Das ist meine persönliche Meinung, könnte eine andere Meinung sein. Was ich denke, wenn das Römische Reich bestanden hätte, und wir wissen ja, die sind gerade christlich geworden, Konstantin-Sonntagsgesetz, wie wäre es wohl bibeltreuen Christen gegangen im Römischen Reich, das jetzt katholisch geworden wird? Ich glaube, das Römische Reich mit seiner Infrastruktur, mit seiner Disziplin, mit all dem, was es ausgesandet hat, hätte noch viel systematischer verfolgen können, als in Europa jemals möglich gewesen ist.

[1:13:14] Ich glaube persönlich, dass es eine Beantwortung der Gebete der Gläubigen war, dass Gott dieses Römische Reich zersplittert hat in mehrere Einzelreiche, die jetzt auch miteinander nicht ganz einig waren. Und so es immer wieder Schlupflöcher gab für die Gläubigen, obwohl trotzdem das Mittelalter schrecklich war. Es wäre, glaube ich, viel schrecklicher geworden, wenn Rom intakt gewesen wäre. Und auch in dem Gesichtspunkt muss man wahrscheinlich die Posaunen verstehen.

[1:13:37] Und was auch natürlich durch die Völkerwanderung passiert ist, viele Völker sind jetzt mit dem Evangelium in Kontakt gekommen. Und als allerletzte Folie habe ich hier eine Folie und ich lade mal jetzt der Jorn, der weiß nichts von seinem Glück ein, weil er auf Isländisch ist so toll. Isländisch ist relativ nah an der Grab, näher an Gotisch. Kannst du einfach vorlesen, kannst du da sitzen bleiben. Vielleicht erkennt er diesen Text, das ist Gotisch aus dem 6. Jahrhundert, 5. Jahrhundert.

[1:14:02] Erkannt, was es ist? Vater unser, der du bist im Himmel, geheiligt werde dein Name, dein Reich, dein Reich komme, dein Wille werde wie im Himmel so auf der Erde. Da kommen wir her. Man sieht quasi in der deutschen Sprache noch, wo das so herkommt. Das ist die Zeit, das waren die Goten. Und naja, ich hoffe, ihr konntet sehen, dass unsere Pioniere nicht völlig falsch lagen. Ich glaube, sie lagen sehr richtig. Und mit ein bisschen neuer Begründung hat das wirklich sehr viel solide Kraft. Ich glaube, es ist interessant, wie die Bibel und die Weltgeschichte zusammenpassen.

[1:14:57] Und jetzt wollen wir vielleicht noch gemeinsam mit knien mit einem Gebet schließen und dann eine kurze Pause haben. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass du uns in der Prophetie zeigst, was passiert ist, dass wir sehen können, dass unsere Adventbewegung wirklich vom Heiligen Geist geleitet worden ist und dass auch modernste Geschichtswissenschaft eigentlich immer wieder Dinge hervorbringt, die mit dem übereinstimmen, was schon unsere Pioniere im Wesentlichen gesagt haben.

[1:15:30] Und wir möchten dich bitten, dass du uns einen Forschergeist, einen Studiergeist schenkst, dass wir immer weiter diese Sachen untersuchen und auch prüfen, nicht einfach für bare Münze nehmen. Aber vor allem, dass wir erkennen, dass du Herr der Geschichte bist und dass auch die scheinbar schlimmsten Katastrophen immer doch auch in deinen Heilsplan hineinpassen und dass du immer noch einen größeren Plan hast, den wir nur ab und zu so richtig verstehen können.

[1:15:54] Wir möchten dich bitten, dass du uns Glauben schenkst, dass wir, wenn wir in die Vergangenheit sehen und schauen, dass du die Geschichte in deiner Hand hast und im Vorhinein die Geschichte kennst, dass wir auch für die Zukunft vertrauen dürfen, dass du weißt, was kommen wird und dass unsere wichtigste Aufgabe die ist, uns wirklich dir ganz hinzugeben, unser Leben in deine Hände zu geben, denn du kennst auch unsere persönliche Geschichte und du weißt, was wir brauchen. Dafür danken wir dir von ganzem Herzen. Amen.

[1:16:39] Vertraue und glaube, es hilft, es heilt die göttliche Kraft!


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